Rom - eine Stadt mit Höhen und Tiefen. Zu erst einmal die positiven Sachen: Natürlich bietet Rom seinem Besucher, wie auch schon Paris, eine Menge Sehenswürdigkeiten und es macht sich ganz schön, die Spanische Treppe oder das Colosseum in seinem Fotoalbum zu haben. Doch leider denken sich das auch ungefähr 30.000 japanische Touristen pro Tag, wodurch es zu einem gnadenlosen Überlaufensein kommt. Und: Wer die Japaner kennt, der kennt auch ihre Angewohnheiten. Jeder Stein wird umgedreht, jede noch so kleine Säule fotographiert - und das geht einem als Interrailer, der die Stadt möglichst schnell sehen und dann wieder verlassen möchte, schnell auf die Nerven.
Zudem können wir nun aus persönlicher Erfahrung sagen, dass die meisten Gebäude doch relativ enttäuschend sind. Man nehme beispielsweise die Spanische Treppe, die einem einen so wunderbaren Blick über Rom gewähren soll: Ist man die knapp hundert Stufen erst einmal hochgejoggt, so ist der Anblick wirklich gigantisch. Das Einzige, was man zu sehen bekommt, sind die Fenster des nächsten hohen Gebäudes ungefähr einhundert Meter entfernt.
Gleiche Gefühle treten auch beim ach so schönen Trevibrunnen auf. Doch das werde ich hier nicht weiter ausführen - Rom muss jeder selbst erlebt haben.
Ach ja, ein letztes Mal muss ich doch noch kritisieren. Diesmal trifft es die Infrastruktur. Ob die Italiener letzteres Wort überhaupt kennen, weiss ich nicht. Aber ich weiss, dass es für eine solche Weltstadt wie Rom unangemessen ist, nur zwei Métrolinien zu besitzen. Und dann kommen die Züge auch nur noch alle 15 Minuten. Auch das restliche Nahverkehrssystem lässt mehr als zu wünschen übrig.
Seit diesem Urlaub ist Rom für uns beide keine Weltstadt mehr. Auf jeden Fall ist sie nicht mit den europäischen Konkurrenten Paris oder London zu vergleichen. Die zwei Sterne bekam es dann auch eher nur aus Mitleid, und weil zumindest das Colosseum einen ganz annehmbaren Anblick bietet.
Unter kamen wir in einem Vorort von Rom mit dem Namen Lido. Der dortige Campingplatz trägt den Name "Country Club Castelfusano" und war der komfortabelste Campingplatz auf unserer Reise. Für nur 18 € konnten wir unser Zelt auf dem weitläufigen Gelände aufstellen. Zum Aufstellplatz wurden wir mit einem kleinen Golfwagen gefahren, was auch schon einen Einblick in die dortigen Dienstleistungen gibt. Doch kommen wir zuerst zum wichtigsten Punkt: Die sanitären Anlagen. Diese waren auf dem Campingplatz reichlich vorhanden, sauber und gut zu erreichen. Die Duschen boten warmes Wasser sowie viel Platz zum Klamotten verstreuen. Es waren sogar Euro - Steckdosen vorhanden, in die man beispielsweise sein Handy einstöpseln kann...
Wie schon gesagt war auch der Service bei diesem Campingplatz sehr gut. So bekam man bei der Ankunft zunächst eine halbstündige Einweisung in das örtliche Verkehrssystem. Das Personal sprach durchweg alle Sprachen von Italienisch bis Deutsch (das umfasst Englisch, Spanisch und Französisch) und war immer sehr hilfsbereit und freundlich. Aber auch die sonstige Ausstattung konnte sich sehen lassen: mit zwei Swimmingpools von insgesamt 450 m², einer Programmbühne, auf der Regelmäßig Live - Bands auftraten, und einem großen Camping - Supermarkt bat der "Country Club" mehr Comfort als so manches Hotel.
Der einzige Grund, warum er nicht mit 5 Sternen bewertet wird, ist die schlechte Lage. So dauert eine Fahrt nach Rom mindestens eine Stunde und auch bis zum Strand war es keine unbeträchtliche Weite. Man muss jedoch hinzufügen, dass all diese Strecken auch mit dem Bus direkt vom Campingplatz aus zurückgelegt werden können.