Ecstasy

Im Club

Von Anja Heller, Ärztin

Was ist Ecstasy?

Ecstasy (im Englischen XTC) ist eine illegale, synthetisch hergestellte Droge, die in Form von Tabletten, Pillen oder Kapseln geschluckt wird. Chemisch gesehen ist Ecstasy ein Amphetamin-Abkömmling mit der Abkürzung MDMA (3,4-Methylendioxy-N-Metamphetamin). MDMA zählt zu den harten Drogen. Es wurde 1914 von einer Pharmafirma als Appetitzügler entwickelt, kam aber wegen seiner »merkwürdigen« Nebenwirkungen nie auf den Markt. In letzter Zeit gibt es immer mehr Mischpräparate aus LSD, Koffein und /oder Amphetaminen auf dem Markt. Ecstasy ist zu einer weit verbreiteten »Partydroge« geworden

Wie sehen Ecstasy-Tabletten aus?

Typische Ecstasy-Tabletten haben einen Durchmesser von 5 bis 13 mm und sind ca. 3 bis 5 mm hoch. Auf der Vorderseite ist meist ein Symbol (z.B. Mercedes-Stern, Hammer und Sichel, Kleeblatt, Tiersymbol, Dreieck, Stern, Totenkopf etc.) oder eine Bezeichnung (z.B. EVA, ADAM, LOVE, VIP). Auf der Rückseite haben die Tabletten eine Bruchrille. Manchmal sind auch Zahlen oder Wirkstoffsymbole eingeprägt. Es gibt auch Ecstasy-Tabletten, die außer einer Bruchrille keine weiteren Merkmale haben. Sie sind weiß, rosa, grau, grün, blau, gelb oder melliert. Vorsicht: Auch Tabletten mit dem gleichen aufgeprägten Symbol haben oft unterschiedliche Wirkstoffe! Kapseln sind außerdem besonders gefährlich, da sie sich leicht öffnen und wieder verschließen lassen. Andere Drogen können beigemischt sein, die schwere psychische oder körperliche Abhängigkeiten verursachen!

Was bewirkt Ecstasy?

Die Wirkung beginnt nach 20 bis 60 Minuten und dauert 4 bis 6 Stunden. Ecstasy wirkt aufputschend und stimulierend. Es setzt das Schlafbedürfnis herab. Der »User« fühlt sich euphorisch, hat ein gesteigertes Selbstbewusstsein und ein größeres Mitteilungsbedürfnis anderen gegenüber. Er/Sie empfindet eine besondere Harmonie und große Zärtlichkeit für den Gesprächspartner. Die Stimmung ist ausgelassener und offener. Deshalb wird Ecstasy auch als »heartopener« bezeichnet. Manchmal treten Halluzinationen auf, vor allem wenn andere Drogen beigemischt wurden.

Warum ist Ecstasy so gefährlich? Was Du heutzutage wissen solltest …

  • Ecstasy schaltet die Alarmsymptome Deines Körpers aus.
    Du nimmst keinen Hunger, keinen Durst, kein Unwohlsein und keine Schmerzen (z.B. Muskelkater) wahr. Unter Ecstasy sind außerdem der Blutdruck und der Puls erhöht. Bei exzessivem Tanzen kann es zu großen Flüssigkeits- und damit auch zu Elektrolytverlusten kommen, die zur Erhöhung der Körpertemperatur führen. Es kommt zum Muskelzerfall. Durch die entstehenden Abbauprodukte kann es sein, dass Deine Nieren und Deine Leber versagen. Diese Organe erfüllen lebenswichtige Funktionen. Temperaturen von über 42°C enden in der Regel tödlich, das kann auch durch eine Behandlung auf der Intensivstation nicht verhindert werden. Es besteht übrigens kein Zusammenhang zwischen der eingenommen Menge und dem Auftreten dieses tödlichen Fiebers!
  • Wer Ecstasy nimmt, kann »horror-trips« erleben.
    Lang verdrängte traumatische Erlebnisse können wieder auftauchen und zu schweren Angstzuständen oder Depressionen führen, die manchmal sogar im Selbstmord enden …
  • Ecstasy macht psychisch abhängig.
    Mit der Zeit entwickelt man eine Toleranz, das heißt, dass immer größere Mengen benötigt werden, um eine Wirkung zu erzielen. Irgendwann bringt aber auch die Dosissteigerung nichts mehr, es steigen nur noch die Nebenwirkungen stark an.
  • Häufiger und hoch dosierter Konsum
    führen wahrscheinlich zu bleibenden Hirnschäden.

Wie merkst Du, ob jemand eventuell Ecstasy konsumiert?

gibt einige Verhaltensweisen, die auf Ecstasy-Konsum hinweisen können:

  • Appetitlosigkeit und langsame Gewichtsabnahme
  • Einschlaf- und Durchschlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen, z.B. das »depressive Loch« nach einem durchgefeierten Wochenende
  • Der Freundeskreis wird gewechselt, die alten Freunde kennt man plötzlich nicht mehr
  • Nur noch aufs Weggehen und Partyfeiern fixiert sein
  • Die Schule bzw. die Arbeit wird vernachlässigt
  • Starker Bewegungsdrang bis hin zur Hyperaktivität
  • Trancezustände mit stundenlangem Stillsitzen, aber auch
  • übergroße Gesprächigkeit