Gewaltprävention

Gewaltprävention in Schulen und auf Schulwegen

Angst

Thomas ist in der 11. Klasse. Wie jeden Schultag setzt er sich morgens im Bus in die letzte Reihe und schält seinen Mp3-Player ein. An der nächsten Haltestelle steigen zwei 13. Klässler ein, die ihm noch nie sympathisch gewesen sind und setzen sich neben ihn. Thomas wird durch einen heftigen Schubser aus seinem Halbschlaf gerissen und schlägt seinen Kopf an der Scheibe an. Der größere von beiden beugt sich über ihn droht ihm: »Gib mir deine Kohle, sonst hast du ein Problem und zwar kein kleines!« Thomas bekommt es mit der Angst zu tun. Widerstandslos gibt er ihnen den Zwanzig-Euro-Schein, den er gestern von seiner Tante bekommen hat.

Schon vielen Schülern erging es so wie Thomas. Viele von ihnen haben schon oft mehr als ein Mal selbst Erfahrungen mit Gewalt auf dem Schulweg, im Bus oder in der Schule gemacht oder sind Zeuge solcher Situationen geworden.

Doch wie kannst du selbst zur Verhinderung von Gewalt auf dem Schulweg oder in der Schule beitragen? Siehst du, wie ein Mitschüler angepöbelt, geschlagen oder erpresst wird, lautet das allererste Gebot: Nicht wegschauen! Beweise Zivilcourage und mische dich, falls es möglich ist, ein. Wichtig ist, dass du sofort andere Leute zur Unterstützung aufforderst um eine Überzahl gegenüber dem oder der Täter zu schaffen. Außerdem musst du dem Opfer zeigen, dass du es unterstützt und gleichzeitig den Täter ansprechen. Dabei ist ein »Entschuldige, könntest du damit aufhören?« unangebracht. Du musst dem Täter vielmehr bestimmt aber trotzdem höflich gegenübertreten und ihm klarmachen, dass sein Verhalten falsch ist. Bist du in der Schule eingeschritten und hast die Auseinandersetzung geschlichtet, solltest du zusammen mit dem Opfer zum Beispiel beim Klassen- oder bei einem Vertrauenslehrer den Zwischenfall melden, damit die Schule gegen die Täter vorgehen kann und ein weiterer gewalttätiger Übergriff vermieden wird.

Um die Gefahr zu vermeiden, dass du dich selbst in solch einer Situation wieder findest, gibt es einige hilfreiche Tipps. Beim Busfahren wird oft der Fehler begangen sich in einem fast leeren Bus alleine in die letzte Reihe zu setzen. Es ist ratsam sich immer in die Nähe anderen Fahrgästen einen Platz zu suchen. Gerade nachts solltest du um schwierig einzuschätzende Personen einen Bogen machen und eventuell auch mal einen kleinen Umweg in Kauf nehmen. Gerätst du dennoch in die Situation belästigt zu werden, solltest du laut werden, denn der Täter möchte möglichst wenig Aufsehen erregen und seine Anonymität wahren. Sei deshalb mutig und mache Passanten auf dich aufmerksam. Dies kannst du zusätzlich noch unterstützen, in dem du gezielt Blickkontakt aufnimmst.

Kam dir niemand zur Hilfe und du wurdest bedroht oder geschlagen, musst du das unbedingt deinen Eltern oder deinem Lehrer sagen.