Ess-Brech-Sucht (Bulimie)

Eine heimliche Suchtkrankheit!

Die Ess-Brech-Sucht tritt vor allem bei jungen Frauen zwischen 20 und 30 auf. Auch hier spielt das von der Modeindustrie diktierte Schönheitsideal eine große Rolle. Die Betroffenen nehmen in „Fressanfällen“ riesige Mengen kalorienhaltiger Lebensmittel zu sich. Da sie aber eine krankhafte Angst davor haben, dick zu werden, wollen sie diese Nahrung unbedingt wieder loswerden. Sie führen Erbrechen künstlich herbei oder missbrauchen Abführmittel. Dieser Vorgang wird zur Sucht und wiederholt sich immer wieder. Ohne eine professionelle Therapie kann die Bulimie, wie auch andere Suchtkrankheiten (Drogenmissbrauch, Alkoholismus) nicht geheilt werden!

Wie kannst Du eine Ess-Brech-Sucht bei Dir selbst oder im Freundeskreis erkennen?

Folgende Anzeichen sind typisch:

  • Essanfälle, die immer wiederkehren und zwar mindestens zwei Anfälle wöchentlich über drei Monate hinweg
  • völlig unkontrollierbares Essen während der Anfälle, danach Schuld- und Schamgefühle deswegen, auch depressive Verstimmungen
  • Krankhafte Angst vor dem Zunehmen, täglicher Blick auf die Waage
  • meistens Normalgewicht, eher selten Untergewicht
  • künstlich herbeigeführtes Erbrechen nach dem Essanfall (mit der Hand oder mit der Zahnbürste)
  • Missbrauch von Abführmitteln, Appetitzüglern und/oder entwässernden Medikamenten
  • strenge Diäten, Fastenkuren
  • übertriebene sportliche Aktivität

Wie reagiert der Körper auf die Fastenkuren und das ständige Erbrechen?

  • Die Magensäure schädigt den Zahnschmelz und verursacht Entzündungen der Speiseröhre und des Magens. Es kann sogar zu Blutungen, Narben oder zum Durchbruch der Speiseröhre/des Magens kommen
  • Wichtige Elektrolyte gehen durch das Erbrechen verloren. Dadurch kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen
  • Mangelernährung bei Fastenkuren führt zu hormonellen Störungen (Ausbleiben der Regel), brüchigen Knochen (Osteoporose), niedrigem Blutdruck, langsamem Puls, Haarausfall etc.

Genau hinsehen!

Meistens verheimlichen Betroffene ihre Ess-Brech-Anfälle. Oft weiß nicht einmal die Familie von der Essstörung. Betroffene sind häufig sozial isoliert, depressiv und selbstmordgefährdet! Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig entweder einem Arzt anzuvertrauen oder sich an eine Beratungsstelle zu wenden. Die Ess-Brech-Sucht ist eine Suchtkrankheit ähnlich wie die Drogensucht und braucht eine fachgerechte Behandlung.

Weitere Informationen, sowie Kommunikationsmöglichkeiten und Adressen für Beratungstellen, Therapieeinrichtungen und anderen Hilfsangeboten findest du auf der Website www.bulimie-online.de.