von Gerhard Winkler
Es ist nicht schlimm, wenn du lange zweifelst, was aus dir werden soll. Berufsfindung ist nichts, was man eben mal zwischen Schule und Sportplatz schiebt. Es sollte einen sogar eher beunruhigen, wenn man merkt, dass man sich zu schnell auf etwas festlegt oder gar von Dritten festgelegt wurde. Jobfindung bedeutet immer auch Selbstfindung. Schließlich beschäftigst du dich eingehend mit deinen eigenen Stärken und Grenzen, deinen Zielen und Wünschen.

Reine Selbsterkenntnis darf natürlich nicht das einzige Resultat in diesem Prozess sein. Sonst wäre die Suche nach dem richtigen Beruf ziemlich dumm gelaufen.
Erst nach der Zielbestimmung startet man damit, sich beruflich zu vermarkten. Bewirb dich nicht, wenn du bloß herausfinden willst, ob dir eine Ausbildung eventuell Spaß machen könnte. Oder wenn dir nichts Besseres einfällt. Oder wenn man dich zum Bewerben geradezu tragen musste.
Menschen erfinden sich im Leben ab und zu neu und orientieren sich beruflich neu. Jede Phase der Berufsfindung bedeutet Umbruch, Selbstzweifel, Unsicherheit. Erwachsene wissen, wie schwer solche Übergangszeiten sind und bieten jungen Leuten jede Menge Unterstützung.
Zogen all diese Infostunden, Erlebnistage, Berufsbörsen und Broschürenfestivals ergebnislos an dir vorbei? Dann bist du dir selbst vielleicht noch ein Rätsel. Nicht verzweifeln. Sorge dafür, dass du ein paar Stunden in Ruhe gelassen wirst. Schalte alles ab, was piepst oder klingelt. Machen dich für alle unauffindbar. Auf dich wartet eines der interessantesten Abenteuer: Über sich selbst und den Platz in der Welt nachdenken.
Niemand kann das besser als du selbst. Leg los und ergänze dich:
Hak aber damit das Thema nicht ab. Orientier Dich weiter, nutz alle Gesprächs-, Test-, Beratungsangebote. Erwachsene Ratgeber gehen oft von ihren eigenen Joberfahrungen aus. Die Welt bietet aber so viel mehr an Job- und Karrieremöglichkeiten, als Ihre Umgebung weiß. Zum Glück ist das World Wide Web so nah. Dort kann man in Ruhe recherchieren, was es alles zu arbeiten gibt und was man dafür braucht.
Falls du jetzt gerade fünfzehn, sechzehn Jahre alt bist, beachte bitte:
Du merkst schon: Berufsfindung heißt, sich selbst und der Wirklichkeit ins Auge zu schauen.