Danken, absagen, nachfragen

von Gerhard Winkler

In deinem Bewerbungsschreiben hast du einige heikle Fragen sicher und überzeugend beantwortet; Was spricht für Dich? Und was spricht dafür, keinen anderen als Dich zu nehmen? Was darf sich ein Ausbilder von Dir und Deinen Anstrengungen versprechen?

Du hast deine Argumente aufgezählt, du hast auch im Lebenslauf deine Leistungen und Erfolge notiert. Damit hat Dich Deine Präsentation vorbei an vielen Mitbewerben und ins Gespräch mit dem Ausbilder gebracht. Du hast Dich auch dieser Herausforderung gestellt, dich zum Auswahlinterview pünktlich eingestellt, Dich proper vorgestellt, prachtvoll aufgestellt und insgesamt so tapfer geschlagen, dass jeder Bundesbewerbungstrainer seine Freude an dir hat. Und was machst Du nach dem Assessment Center?

Danken

Egal, ob Du Dich ausgelaugt auf das Sofa wirfst oder Dich gutgelaunt mit Freunden austauschst: Du hast heute noch etwas zu erledigen. Du warst während des Gesprächs so schlau, die Ausbildungsleiterin um Ihre Visitenkarte zu bitten. Jetzt mailst du ihr ein Dankeschön:

Sehr geehrte Frau Ludwig,

ich möchte mich bei Ihnen herzlich für den freundlichen Empfang und für das anregende Gespräch mit Ihnen und Ihren Mitarbeitern bedanken. Ich hatte mich ja schon vorher über Ihre Spedition informiert, aber die Präsentation des Gesamtunternehmens fand ich sehr spannend und beeindruckend.

Im Eifer des Gesprächs hatte ich ganz vergessen zu erwähnen, dass ich in diesem Sommer einen zwei-wöchigen Sprachkurs in England besucht habe. Telefonate und Gespräche mit englisch-sprachigen Mitarbeitern traue ich mir dank meiner Kenntnisse und meiner Freude am Lernen durchaus zu.

Eine Ausbildung bei Ihnen sehe ich als besondere Auszeichnung und Verpflichtung an. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie sich für mich entscheiden. Und vor allem würde ich alles daran setzen, um ein guter Speditionskaufmann zu werden.

Mit freundlichen Grüßen

Kevin Biber

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So machst du es bei allen Betrieben, die Dich eingeladen haben.

Absagen

Irgendwann kommst Du nach Hause, die Mutter strahlt: Dein aktives Bewerberverhalten hat sich ausgezahlt! Gleich zwei Unternehmen wollen Dich haben! Zugesagt ist leicht, doch wie formuliert man eine freundliche Absage?

Sehr geehrter Herr Wannzeh,

besten Dank für Ihre Zusage einer Ausbildungsstelle und das Vertrauen, das Sie mir damit entgegenbringen.

Zu meinem großen Bedauern kann ich diese Chance nicht wahrnehmen. Ich hätte sehr gern bei den Experten Ihrer Local Logistic GmbH gelernt, aber ich habe bereits vor Erhalt Ihrer Nachricht anderweitig einen Ausbildungsvertrag unterschrieben.

Nach Rücksprache mit meinem Fachlehrer Herrn Hahn habe ich mir erlaubt, Ihre Telefonnummer an meinen Mitschüler Paul Kosovic weiterzugeben. Pauls Vater ist selbständiger Spediteur gewesen.

Freundliche Grüße

Kevin Biber

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Nachfragen

Und wie fasst man freundlich nach, wenn man vierzehn Tage nach einer Auswahlrunde noch keinen Bescheid erhalten hat?

Sehr geehrter Herr Kanngießer,

als Teilnehmer Ihres Assessment Centers vom 15. des Monats habe ich nicht nur mein hohes Interesse an einer Ausbildung zum IT-Systemtechniker in Ihrem Haus gezeigt, sondern mich auch, wie ich hoffe, wacker geschlagen. So konnte ich wohl sämtliche mathematisch-logischen Testaufgaben lösen. Auch in der praktischen Falldiskussion sind meine Netzwerk- und TCP/IP-Kenntnisse Ihrem Mitarbeiter Herrn Gordon positiv aufgefallen.

Bitte fassen Sie es nicht als Aufdringlichkeit auf, wenn ich meinen Wunsch und meine Bereitschaft, bei Ihnen zu lernen, jetzt noch einmal erneuere. Ich freue mich sehr über Ihre positive Nachricht.

Beste Grüße

Jonathan Franz

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