Eine Hand in der Hosentasche ist nur eine vermeintlich lässige Geste, vielfach auch zu sehen bei Politikern, die damit wohl »Volksnähe« demonstrieren möchten.
Körpersprachlich ist es allerdings negativ besetzt, wenn man die Hände des Gesprächspartners nicht sehen kann, egal ob beim Stehen oder Sitzen. Dies gilt als mangelnde Aufmerksamkeit, als Unsicherheit, manchmal sogar bis hin zur Geringschätzung. Respektlos und unhöflich besonders bei der Begrüßung und Verabschiedung, bei Vorträgen und Präsentationen.
Wenn im Laufe eines Gesprächs im informellen Umfeld, z.B. einer Party, mal eine Hand kurzzeitig in die Hosentasche wandert, ist das freilich nicht so schlimm. Beide Hände in den Hosentaschen ist allerdings ein absolutes Tabu.
Heute ist es international üblich, sich mit Vor- und Nachnamen vorzustellen, ohne den Zusatz »Herr« oder »Frau« und auch ohne den Artikel. Falsch also: »Ich bin der Herr Schmidt«, ebenso wie »Guten Tag, Schmidt mein Name« oder die James-Bond-Variante »Schmidt, Hans Schmidt«. Die korrekte Form der Vorstellung lautet: »Guten Tag, ich bin Hans Schmidt«. Eine mit »Ich bin« eingeleitete Selbstvorstellung wirkt außerdem auf den Gesprächspartner souveräner und selbstbewusster als »Ich heiße« oder »Mein Name ist«.
»Hallo« gehört als freundlicher, aber salopper Gruß eher in den Freundes- oder Bekanntenkreis, ist aber inzwischen auch im Beruf unter Kollegen oder auch bei Kunden, mit denen man bereits eine längere Geschäftsbeziehung pflegt, üblich. Kennt man den anderen dagegen kaum oder gar nicht oder besteht ein formeller, beruflicher Zusammenhang, ist »Guten Tag« in jedem Fall vorzuziehen. In Bayern und Baden-Württemberg ist zudem »Grüß Gott« üblich. »Hallo« birgt das Risiko, dass der Angesprochene sich nicht freundlich und wenig respektvoll behandelt fühlt.
Diese Worte hört man oft: Die Servicekraft hat den Gast nett und zuvorkommend bedient, der Gast bedankt sich. »Kein Problem« bekommt er als Antwort. Die nette Nachbarin hat sich um die Blumen während Ihres Urlaubs gekümmert und erwidert auf die Dankesworte: »Kein Problem«. Unwillkürlich denkt man da bei sich, es sei wohl doch irgendwie ein Problem gewesen. Dieses negative Wort sollte daher bei der Erwiderung auf einen Dank nicht auftauchen. Besser ist: »Gerne«, »Gern geschehen« oder »Das habe ich doch gerne gemacht.« Damit bringt man zum Ausdruck, etwas aus Überzeugung getan zu haben, um etwa dem anderen zu helfen, etwas Gutes zu tun oder Aufmerksamkeit entgegen zu bringen. Durch Formulierungen wie »Keine Ursache«, »Kein Problem« oder auch »Nichts zu danken« drückt hingegen eher aus, dass der Dankende keinen Grund habe, sich zu bedanken.
Diese Einwort-Floskel wird oft verwendet, wenn uns jemand vorgestellt wird. An sich ist das Wort ja positiv, doch klingt es eher militärisch kurz und knapp, zeugt von mangelndem Interesse. Auch durch das vorangestellte Wörtchen »sehr« wird es nicht besser.
Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, diese Situation besser zu meistern, einen persönlichen Bezug herzustellen und einen angenehmen Eindruck zu hinterlassen.
»Ich freue mich, Sie kennenzulernen«, »Schön, dass wir uns nach den Telefonkontakten und E-Mails nun auch persönlich kennenlernen« oder auch neutral »Guten Tag, ich bin <Vorname, Nachname>« sind gute und individuelle Varianten.
Bei der mündlichen und schriftlichen Anrede werden bei mehreren akademischen Graden immer nur einer, und zwar der höchste genannt. Bei der postalischen Anschrift werden allerdings alle Titel oder Grade aufgeführt.
Schriftlich: »Frau Prof. Dr. med. Susanne Müller« - mündlich: »Guten Tag, Frau Professorin Müller«. Schriftlich: »Herrn Dr. med. Dr. dent. Martin Maier« - mündlich: »Guten Tag, Herr Dr. Maier«. Eine weibliche Form gibt es bei »Doktor« freilich nicht.
Bei der Anrede spielt es keine Rolle, welche Art von Professor jemand ist, ob Universität, Hochschule oder Fachhochschule, und wie viele sonstige akademische Titel er oder sie besitzt. Das wäre auf jeden Fall zu umständlich. Deshalb gilt: »Überall wo Professor draufsteht, ist auch Professor drin« und so wird der oder die Betreffende entsprechend auch so angesprochen.
Der »Casual Friday« wurde ursprünglich als »Dress down Friday« verstanden, als Tag, an dem die Business-Kleidung etwas gelockert sein darf. »Casual« wird hierzulande oft mit »Freizeit« übersetzt, das ist aber nicht gemeint. Für die Kleidung gilt: lässig ist nicht gleich nachlässig! »Casual« benennt eine elegante Freizeitkleidung. Hose oder Rock mit Poloshirt oder leichter Rollkragen, Jackett aus leichtem Tweed oder Leinen oder ein über die Schulter geschlungener Pullover, bei Damen auch ein Twin-Set. »Casual wear« ist immer ohne Krawatte. Vermeiden sollte man die typischen Business-Farben wie Anthrazit und Dunkelblau. Die schwarzen Schnürschuhe aus Glattleder und die Pumps bleiben ebenfalls im Schrank. Zudem gilt, dass die gelockerte Kleidung natürlich nur an einem Freitag getragen werden kann, wenn an diesem Tag keine Kunden- oder Besuchstermine anstehen.
Jeans ist eine Hose, die in keinen offiziellen Rahmen passt, weder beruflich noch privat: »Kommst du in Jeans, wirst du behandelt wie eine Jeans. Kommst du im Anzug, wirst du behandelt wie ein Anzug.« Daher ist in Beratung, Handel und Verkauf von jeder Art von Jeans bei Herren und Damen abzuraten. Zu einer Jeans werden außerdem keine Accessoires kombiniert, die zu einem Geschäftsanzug gehören. Besser ein Hemd ohne Krawatte mit Button-down-Kragen oder ein Polohemd, ein sportliches Jackett oder ein Blazer.
Ein Zweireiher bleibt prinzipiell immer komplett geschlossen - egal ob im Sitzen oder im Stehen. Sonst gilt, dass ein einreihiges Jackett im Stehen und Gehen geschlossen, im Sitzen hingegen geöffnet wird.
Dies gilt auch für Frauen, denn der Gesamteindruck wirkt dadurch professioneller. Übrigens: Auch eine Weste entbindet den Herrn nicht davon, das Jackett zu schließen.
Ein klassisches Jackett eines Business-Anzugs hat drei Knöpfe. Nach konservativer, aus England stammender Sitte wird nur der mittlere Knopf zugeknöpft. Moderner ist freilich die italienische Variante, die beiden oberen zu schließen. Letztendlich entscheiden hier sowohl persönlicher Geschmack als auch Schnitt und Sitz des Jacketts. Bei zwei Knöpfen wird idealerweise der obere geschlossen. Es ist jedoch auch möglich, den unteren Knopf zu schließen, wenn das Gesamtbild dadurch vorteilhaftern wirkt.
Schließen Frauen ihr Jackett, so sind sie nicht an eine bestimmte Schließart gebunden, sondern können entscheiden, welche Variante am besten aussieht.
Es genügt nicht, nur einen Krawattenknoten zu kennen und natürlich auch zu können, denn unterschiedliche Krawatten und Hemdkragen erfordern verschiedene Bindetechniken. Außerdem muss der Krawattenknoten in seiner Proportion zu den Proportionen des Mannes passen.
Dann sollte er noch auf den Hemdkragen abgestimmt sein. Der Knoten sollte also genauso groß sein, dass er genau die Lücke, die vorne zwischen den Kragenschenkeln entsteht, ausfüllt. Je nach Mustergröße und Beschaffenheit der Krawatte passen zudem bestimmte Knoten besser als andere. Beherrschen sollte man auf alle Fälle den Four-in-hand-Knoten, der ist sozusagen ein Alleskönner und eignet sich auch gut für Anfänger.
Korrekt gebunden endet die Krawattenspitze in der Mitte der Gürtelschnalle. Das schmale Ende wird nicht ins Hemd gesteckt, sondern durch die Schlaufe an der Rückseite gezogen.
Nach dem Tragen die Krawatte immer sorgfältig aufknoten und über einen entsprechenden Bügel gehängt oder zusammengerollt in eine Schublade gelegt, aufbewahren.
Krawattennadel und -klammer haben ein etwas altmodisches Image und gehören derzeit nicht ins Business.
Überreichen Sie immer nur eine tadellos saubere Visitenkarte und zwar bereits zu Beginn einer geschäftlichen Begegnung. Halten Sie Karte dabei mit einer Hand so, dass Ihr Gegenüber die Schrift sofort lesen kann und nicht erst um 90 Grad drehen muss.
Die Visitenkarte wird immer zuerst vom Besucher, egal ob Kunde, Dienstleister, Zulieferer, oder sonst vom Rangniedrigeren zuerst übergeben. Ranghöhere können außerdem jederzeit um die Visitenkarte des Gegenübers bitten.
Weder das eine noch das andere ist ausschließlich korrekt, denn im Beruf zählt die Hierarchie mehr als das Geschlecht oder auch das Alter. So stehen zum Beispiel Kunden automatisch höher und werden gegenüber einer Mitarbeiterin bevorzugt behandelt. Innerhalb eines Unternehmens regelt der Rang die Position der Mitarbeiter. Wer in der Hierarchie höher steht, hat immer Vorrang. Ein männlicher Abteilungsleiter rangiert also über der weiblichen Mitarbeiterin seines Bereiches. Treffen sich die beiden aber privat, beispielsweise auf einer Party von gemeinsamen Bekannten, dann gilt natürlich immer noch die Regel »Ladies first«.