Was mich bewegt

Nutz die positiven Antriebskräfte

von Gerhard Winkler

Was leitet einen, wenn man sich beruflich einordnen und positionieren möchte? Hier ein paar rundum überzeugende Antworten:

Familientradition

"In unserer Familie sind alle Feinmechaniker oder Ingenieur. Wir haben so was wie ein Gespür für Werkzeugen und Maschinen."

Vorbild

"Die beste Freundin meiner Mutter, eine äußerst taffe und starke Person, ist Stationsleiterin. Ich war schon sehr früh von Ihren Macher-Eigenschaften und ihrer Ausstrahlung beeindruckt."

Gesinnung

"Ich habe noch in der Schule angefangen, über nachhaltiges Wirtschaften zu lesen. Das war sicher mit ausschlaggebend, dass ich im Beruf etwas gesellschaftlich Sinnvolles tun möchte."

Bestimmung

"Meinen ersten Text für die Schülerzeitung schrieb ich als schon Zwölfjährige. Ich gab mich als türkisches Mädchen aus, stellte mich auf die Straße und bat Passanten um Hilfe."

Begabung

"Es ist mir selber gar nicht aufgefallen. Erst als ich den Förderpreis gewann und meine Mathe-Lehrerin mich vor allen gelobt hatte, ging mir auf, wo meine echten Stärken liegen."

Voraussicht

"Weil ich anfangs nicht wusste, was ich machen sollte, habe ich so etwas wie Marktforschung betrieben. Welches sind die Wachstumsbranchen der nächsten Jahre? Welches die interessanten Berufsfelder? Da blieb für mich nur die Biologie übrig."

Entwicklung

"Für mich war das keine besondere Entscheidung. Ich war als Kind auf Baustellen dabei, bekam zum dreizehnten Geburtstag einen Zeichentisch. Mit Sechzehn programmierte ich schon für das Büro meines Vaters einen Stücklistengenerator."

Wer dich einstellen soll, sucht nach Signalen, dass du einen Job begriffen hast, dass es dir ernst ist, dass deine Motivation auf lange Sicht hin ausreicht. Für diese Begründungen wird dich ein Ausbildungs- oder Jobanbieter unter Umständen scharf anblicken:

Geld

„Am Beruf des Verkäufers im Automotive-Bereich interessieren mich vor allem das geile Gehalt sowie die Sonder-Gratifikationen“.

Status

„Mich macht das an, dass man später als Dienstwagen einen Audi A8 gestellt bekommt und dass die Weihnachtsfeier auf Marbella stattfindet.“

Zufall

„Mein Onkel sagte: Du, der Landkreis sucht anscheinend noch Hebammen.“

Zweite Wahl

„Eigentlich wäre ich am liebsten Tierpfleger. Aber es werden ja bloß Friseure gebraucht.“

Fremdbestimmung

„Warum ich mich bei Ihnen bewerbe? Die Unterlagen haben meine Eltern fertiggemacht.“

Nicht beeinflussen darf dich bei der Berufsfindung: Dass alle Kumpels das machen. Dass kein Kumpel das macht. Dass du das geliebte Heimatdorf nicht verlassen willst. Dass die Ausbildung lange dauert. Dass man nicht gleich dicke Geld verdient. Dass die Eltern nicht kapieren, was man werden möchte.

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