Mit Gerhard Winkler - Chatprotokoll vom 03.03.2009
Gerhard Winkler: Hallo, und herzlich willkommen zum heutigen Chat! Zunächst eine persönliche Botschaft.
Thema: IHR ARBEITSPLATZ. Nehmen Sie sich doch in einer Arbeitspause Zeit, kurz auf diese Fragen einzugehen: 1. Was machen Sie da gerade? 2. Was zeigt auf den ersten Blick, dass Sie es sind, der diesen Platz besetzt? 3. Was nehmen Sie immer von einem Arbeitsplatz zum nächsten mit?
Lassen Sie sich möglichst auch an Ihrem Arbeitsplatz fotografieren und mailen Sie mir den Schnappschuss zusammen mit Ihrem Statement. Prüfen Sie bitte vor Ihrer Fotoaktion, ob die betrieblichen Regeln dies nicht verbieten. Ich veröffentliche Ihren anonymisierten Beitrag nach dem Relaunch meiner Web Site in einer neuen Rubrik "Mein Arbeitsplatz".
Gerhard Winkler: So, jetzt aber zu Ihren Fragen.
BenediktM: Hallo zusammen.
Gerhard Winkler: Hallo, BenediktM!
HK: Hallo Herr Winkler, ich war einen Monat nach meiner Ausbildung arbeitslos. Wie soll ich damit in meinem Lebenslauf umgehen?
Gerhard Winkler: Sehen Sie darin ein Problem? Sie können sogar den einen Monat im Lebenslauf unterschlagen.
BenediktM: Ich habe immer das Problem beim Anschreiben, den richtigen Einstieg zu finden. Die feierliche Ankündigung "Hiermit bewerbe ich mich..." ist ja eher nicht der Hit. Was kann ich tun?
Gerhard Winkler: Lieber BenediktM, ich habe da so viel geschrieben, dass ich Sie auf zwei kostenlose tolle Titel verweisen möchte: Stell Dich dem Casting und Stell Dich der Karriere. Da steht auch drin, wie man den ersten Satz im Anschreiben meistert. Die PDF können Sie sich bei formyourself.de laden!
In aller Kürze: Direkt nach der höflichen Anrede das aus der Sicht des Ausbilders oder Jobanbieters stärkste Argument!
Kurze Zwischenbemerkung: Falls Sie sich wundern, warum Sie als Klientin oder Klient nichts von mir gehört haben, ich bin zeitweilig im Relaunch meiner Web Site versunken. Da arbeiten ein paar tolle Leute daran und ich muss selbst die Texte aktualisieren und erweitern. Bei allen, die die Geduld nicht verlieren, bedanke ich mich mit einem Goodie. Ab morgen früh arbeite ich wieder an den Optimierungen. Sorry, aber ich kann das Entwicklerteam nicht hängen lassen.
HK, sind Sie jetzt im Job? Und möchten sich beruflich verändern?
HK: Nein, ich bin gerade in einer Vollzeitweiterbildung zum Techniker, die ich im Juni beende.
Gerhard Winkler: Nach der Ausbildung waren Sie eine kurze Zeit ohne Anstellung, danach haben Sie eine Vollzeitweiterbildung zum Techniker angetreten. Im Lebenslauf können Sie das so markieren: 04.2006 Vorbereitung auf Ausbildung
HK: Ich war nach meiner Ausbildung einen Monat arbeitslos, habe dann einen Job bekommen. Nach 3 Jahren Arbeit habe ich dann erst die Ausbildung zum Techniker angefangen Was meinen Sie dazu?
Gerhard Winkler: Lieber HK, wenn da hier viele Leute mitlesen, dann tippen die vermutlich <stöhn> in das Eingabefeld. 1 Monat arbeitslos im ganzen Leben. Sie hatten wirklich Glück. Massig Bewerber haben heute mehrere Lücken im Lebenslauf.
BenediktM: Ich habe mich während des Studiums öfter auf Stellen als Werkstudent beworben, die in meinen Augen super zu meinem Studium und meiner Ausbildung passten, aber leider nicht passend zu dem sind, was ich bis jetzt während des Studiums gemacht habe (Taxifahren). Ist es sinnvoll, fachfremde Arbeitszeugnisse zu einer Onlinebewerbung über eine Firmenhomepage anzufügen? Ich hab das bis jetzt immer gemacht, weil ich dachte, das würde meine Arbeitsweise zeigen und Zuverlässigkeit demonstrieren.
Gerhard Winkler: Lieber Benedikt: Sie haben während des Studiums sehr viel gejobbt. Falls es viele kleine Mini-Jobs waren, wird man nicht alle reinbringen können, doch für den Berufseinstieg st alles, was Sie gemacht haben - auch und gerade Taxi fahren, wirklich Gold wert.Sagen Sie im Interview: Geisteswissenschaftler fahren nach dem Studium Taxi, ich habe gedacht, das erledige ich gleich während ich studiere.
BenediktM: Ich habe leider eine sehr lange Studiendauer. Am Anfang war ich faul (Studentsein war toll) und jetzt zum Ende hin (nach Hochschulwechsel) stimmt zwar die Motivation, aber das Geld geht mir langsam aus (deshalb Job als Werkstudent). Ich habe immer die Befürchtung, dass von der langen Studiendauer auf meine allgemeine Jobmotivation geschlossen wird. Wie kann man deutlich machen, dass da nichts zu befürchten ist?
Gerhard Winkler: Hängt vom Fach ab. BWLer tun sich mit Langzeitabhängerei keinen Gefallen. Bei Technikern verschmerzt man es eher. Fürs Interview brauchen Sie eine gute Begründung. Studium selbst finanziert ist eine übliche, unwiderlegbare Ausrede.
ich_halt: Ichbin grade am Verzweifeln, bekomme mein Anschreiben nicht gebacken.
Gerhard Winkler: Anschreiben ist einfach, weil es einfach ist, einen kurzen Vortrag darüber zu halten, warum man sich einfach hervorragend für einen Job eignet.
ich_halt: Kann man ein Anschreiben mit sechs Sätzen wegschicken?
Gerhard Winkler: Ich habe die Sätze in Anschreiben noch nie gezählt, aber 6 sind doch zu wenig. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Sie doch viele gute Argumente haben. Nennen Sie mir ein paar!
ich_halt: Empfehlung eines Professors, derzeit anspruchsvolle Aufgabe im Job, gute Ausbildung, besondere Sprachkenntnisse, ein paar Erfahrungen und den unbedingten Wunsch, bei dem ausgeschriebenen Projekt mitmachen zu wollen.
Gerhard Winkler: Professor wird zur Referenz. Die Angabe leitet das letzte Drittel des Anschreibens ein. Namen und Durchwahl nennen! Notieren, was er bestätigen kann! Derzeit anspruchsvolle Aufgabe im Job: Damit starten Sie. Sie nennen Ross und Reiter, Aufgaben und Pflichten, Erfolge und Leistungen und ... Weitere Joberfahrungen darunter setzen, dann Ausbildung, Wissen und Können als Mittelteil. Obacht! Der unbedingte Wunsch, bei dem ausgeschriebenen Projekt mitmachen zu wollen, ist KEIN PRO-ARGUMENT.
ich_halt: Herr Winkler, wie kann man den Satz "Ich freue mich über eine positive Antwort Ihrerseits" anders formulieren?
Gerhard Winkler: Sehr gern überzeuge ich Sie im direkten Gespräch von meiner Eloquenz, meiner Bescheidenheit und meiner grenzenlosen Gutmütigkeit. Ich freue mich über Ihren Terminvorschlag!
peony: Der Spruch ist spitze! :)
Gerhard Winkler: Am Ende eines Anschreibens ist man wirklich ziemlich formelhaft.
ich_halt: Kann ich im Anschreiben die weiteren Joberfahrungen weglassen, weil die derzeitige schon ein echt starkes Argument ist und weitere auch anhand der Mappe gut ersichtlich sind?
Gerhard Winkler: OH, nein! Joberfahrungen sind das WERTVOLLSTE, was Sie besitzen! Jobanbieter sind scharf auf Joberfahrungen und sie wollen das in die Mappe auslagern? Wehe Ihrer Bewerbung! Tun Sie es nicht! Sie Unglückliche, Sie schwächen willkürlich Ihren Jobclaim! Habe ich Ihnen klar gemacht, dass Sie in das Anschreiben ein Maximum an Joberfahrung packen?
ich_halt: Oh ja, das haben Sie!
Gerhard Winkler: Ich schwöre es bei den 100 BESTEN ANSCHREIBEN AUS DER BEWERBUNGSWERKSTATT! Ich schließe immer vorherige, weitere Joberfahrung in Anschreiben ein! Falls Sie wirklich Probleme mit dem argumentativen Aufbau Ihres Anschreibens haben: Lesen Sie meine Tipps auf jova-nova.com und vor allem auch STELL DICH DER KARRIERE .
Kecks: Wie formuliert man im Anschreiben, wenn man sich auf einen Bekannten beziehen möchte?
Gerhard Winkler: Sofort in der Anfangszeile loslegen: Ihrem Mitarbeiter im Vertrieb, Herrn Hugo Keckeisen verdanke ich den Hinweis...
peony: Hallo Herr Winkler. Ich wurde betriebsbegründet (zusammen mit allen anderen Mitarbeitern eines kleinen Unternehmens) einen Monat nach meiner Einstellung gekündigt. Wie sollte das korrekt im Arbeitszeugnis stehen? bzw. was würden sie als besonders wichtigen Punkt erachten, der im Lebenslauf stehen sollte? Danke!
Gerhard Winkler: Liebe(r) Peony, nach einem Monat kann man kein sehr aussagefähiges Arbeitszeugnis ausstellen. Im Lebenslauf würde ich unter dem Eintrag so gut es geht, meine Aufgaben und Pflichten notieren. Im Lebenslauf würde ich auch nicht "betriebsbedingte Kündigung" notieren. Am Schluss des Anschreibens, im letzten Drittel würde ich aber drauf verweisen, dass ich die betriebsbedingte Kündigung als Chance sehe, um...
peony: Ich bin so frech und hake nach: Wieso würden Sie das im Lebenslauf nicht notieren?
Gerhard Winkler: Für Lebenslauf und Anschreiben gilt: NICHTS ERKLÄREN. NICHTS RECHTFERTIGEN. Sobald Sie anfangen zu notieren, weshalb Jobs gefloppt sind und weshalb Sie dieses und jenes gemacht haben, kommen Sie in Teufels Küche. "Schuften sollen die Kerls, nicht raisonnieren." (Friedrich der Mittlere). Im Jobinterview werden Sie dagegen alles darlegen. Dafür haben Sie allemal Gelegenheit in Ihrer Bewerberstory.
Lynn: Hallo Herr Winkler, aus meiner Zeit als Freiberufler habe ich keine Zeugnisse. Wie erkläre ich das am Besten in meiner Bewerbung, wenn ich mich jetzt wieder auf ein Angestelltenverhältnis bewerbe?
Gerhard Winkler: Hi, Lynn, ich würde einfach Projekte und Kunden oder Auftraggeber auflisten und vielleicht ein paar Zahlen nennen.
Lynn: OK, aber die Bewerbungsmappe an sich sieht ziemlich nackig aus ohne Zeugnisse. Ich habe quasi Anschreiben, Lebenslauf und Projektliste. Reicht das?
Gerhard Winkler: Warum nehmen Sie eine von der Industrie aufgemotzte Mappe? Ein einfacher Klemmhefter tut es auch. Projektliste ist prima. Ich schaue immer, ob sich die nicht auch noch in den Lebenslauf integrieren lässt. Aber in manchen Jobs ist es unmöglich - zu viele Projekte.
Lynn: ja, Klemmhefter geht natürlich. Vielleicht liegt es an meinem Anspruch. Ich bin heute schon Führungskraft und will mich auch wieder dorthin bewerben. 4 Seiten Bewerbung ist schon wenig. Aber vielleicht liegt ja gerade in der Kürze die Würze. Aber Danke für den Denkanstoß.
Gerhard Winkler: 4 Seiten Bewerbung? Das bedeutet aber nicht etwa 4 Seiten Anschreiben?
Lynn: Nein. 1 Seite Anschreiben, 2 Seiten Lebenslauf (arbeite ja schon etliche Jahre) und 1 Seite Projektliste.
Gerhard Winkler: Das klingt wie eine perfekte Bewerbung! Vielleicht ist der Lebenslauf ein bisserl zu kurz. Sie packen den ja eigentlich dicht mit Ihrer Joberfahrung.
Lynn: :-) Na, dann hoffe ich, dass der Inhalt auch gut ist und ich den Job trotz fehlender Zeugnisse bekomme! Zu kurz? Ich denke, man soll sich auf 2 Seiten zusammenfassen?
Gerhard Winkler: Lynn und alle: Machen Sie den Lebenslauf nie länger als 3 Seiten, verdichten Sie und reduzieren Sie, wo immer möglich, streichen Sie Worte, aber bringen Sie alles rein, was Ihre relevante Joberfahrung und Lernleistung betrifft!
Hermann: Aus einem Arbeitsverhältnis habe ich nur ein einfaches Arbeitszeugnis. Soll ich es einer Bewerbung beilegen oder weglassen?
Gerhard Winkler: Ein einfaches Arbeitszeugnis - meint das eine simple Arbeitsbescheinigung? Generell wollen Jobanbieter Belegstücke sehen. Ich würde keine Nachweise beilegen, wenn ich mich als Joberfahrener initiativ bewerbe oder wenn ich zum Management gehöre. Nachweise lassen sich immer nachreichen. Die Glaubwürdigkeit in Lebenslauf und Anschreiben zählt!
2BWLer: Hallo Herr Winkler, wir würden gerne wissen, ob es Unternehmen berücksichtigen, dass man, in Zeiten der Wirtschaftskrise, eine Lücke von vier Monaten im Lebenslauf hat. Wie geht man damit um?
Gerhard Winkler: Notieren Sie im Lebenslauf: 02.2008 - 05.2008 stellensuchend. Vielleicht können Sie die 4 Monate anreichern: Bildungsanstrengungen, ehrenamtliches Engagement... Jobs hatten Sie in dieser Zeit keine?
Viele Jobanbieter haben einfach Scheu, im Interview zu fragen, was man in dieser Zeit gemacht hat. Ich würde es immer tun und Bewerbern kann ich nur raten, sich vor Gesprächen eine Antwort zurechtzulegen.
2BWLer: Danke für die Antwort. Ich hatte eigentlich nach meiner letzten Stelle schon direkte Weiterbeschäftigungsoptionen, aus denen leider nichts geworden ist. Seither bewerbe ich mich. Sollte ich einen Job, den ich seit Anfang März mache zurückdatieren? Gerade auch diese Tätigkeiten würden mir auch bei einer Bewerbung weiterhelfen, die ich gerade schreibe.
Gerhard Winkler: 2BWLer, ich kann nicht ausschließen, dass ein Jobanbieter, bei dem Sie einen Interimsjob machen, sich dazu bereit erklärt, in einem Gefälligkeitszeugnis den Jobstart vorzudatieren. Aber ich würde etwas, was sich so leicht nachprüfen lässt wie ein Arbeitsverhältnis, nicht faken. Die Gefahr, dass so etwas auffliegt, ist real.
Medienfrau: Einen schönen guten Abend, Herr Winkler.
Gerhard Winkler: Hallo, Frau der Medien!
Medienfrau: Hallo Herr Winkler, ich bin studierte Germanistin und Journalistin und suche seit längerer Zeit eine Anstellung in den Medien, am liebsten in einem Verlag. Meine Vita zeugt allerdings nur von Fernsehbeschäftigungen. Nun sitze ich häufiger in Vorstellungsgesprächen (zu denen ich dank intensivem Studium Ihrer Ratgeberlektüre auch eingeladen werde!) und versuche händeringend zu erklären, warum ich lieber schreiben (und lesen) möchte, als durch Bilder zu erzählen. Obwohl ich nicht auf den Mund gefallen bin, habe ich das Gefühl, unglaubwürdig zu wirken, dabei ist es mir wirklich ernst damit. Haben Sie vielleicht ein Argument?
Gerhard Winkler: Das beste Argument sind Arbeitsproben. Texten Sie, bis Ihre Augenränder sich röten, Ihre Fingerkuppen schmerzen und der Hund zu Ihren Füßen vor Langeweile eingeschlafen ist.
Medienfrau: Deswegen waren wohl die mündlich vorgetragenen Argumente eher unglaubwürdig. Vielen Dank, ich verstehe. Und machen Sie weiter so: Habe viel gelernt und tue es noch!
Gerhard Winkler: Was haben Sie erzählt? Dass Sie gern schreiben würden, aber niemand Sie bisher gelassen hat? Zum Schreiben muss man ein Verhältnis haben wie ein Terrier zum Kopfkratzen: Nichts auf der Welt kann einen daran hindern.
Medienfrau: Gesagt habe ich, dass es für mich wesentlich anspruchsvoller sei und tatsächlich auch kreativer. Habe das Gefühl, dass Jobanbieter oftmals denken, das Fernsehen wohl alles sei.
Gerhard Winkler: Liebe Medienfrau, lassen Sie ich nicht auf eine Diskussion über die Wertigkeit der Medien ein. Sie haben Ihren aktuellen Job schlecht gemacht - auch wenn Sie wechseln wollen, das kommt nicht gut an.
BenediktM: In welchem Format sollten Anhänge in E-Mail-Bewerbungen am besten sein? Und sollten alle Dokumente zu einem großen Dokument zusammengefasst werden?
Gerhard Winkler: Anhänge am besten als in der Größe optimiertes PDF. Möglichst alle Nachweise in ein Dokument. Bei einer Mailbewerbung würde ich den Lebenslauf als separates PDF mitschicken.
maxl: Knick im Lebenslauf!? Ich wechselte zu einer renommierten Softwarefirma und bin dann nach der Probezeit wieder zurück zu meinem alten Arbeitgeber. Nun weiß ich nicht, wie ich das in einem Bewerbungsgespräch erläutern soll, falls ich nach den Gründen gefragt werde.
Gerhard Winkler: Lieber Maxl, Sie haben es probiert, es war nicht, wie Sie es erwartet haben. Ihr alter Arbeitgeber war froh, Sie wieder zu kriegen. Was ist daran falsch oder schlecht?
Marie: Hallo Herr Winkler, ist es Unsinn zu glauben, ein Job von mehreren Jahren mache sich gut im Lebenslauf? Ist das inzwischen der Realität wechselnder Jobs gewichen? Habe 6 Jahre immer in befristeten Projekten oder freiberuflich gearbeitet, 3 bis max. 12 Monate und jetzt seit eineinhalb Jahren in einer Firma. Plane, dort insgesamt zweieinhalb oder drei Jahre zu bleiben. Es ist eine pragmatische Entscheidung gewesen, nicht mein Traumjob. Wenn es mich vorher weglockt, sieht es aus nach: die Frau entwickelt sich immer weiter, wow, oder nach: die weiß nicht, was sie will, oder, schlimmer: keiner will die? Danke für eine Antwort.
Gerhard Winkler: Liebe Marie, wechseln Sie in dieser Phase wirklich nur dann, wenn es ein absoluter Traumjob ist oder wenn man Ihnen einen sehr attraktiven Job angetragen hat. Jetzt ist eine Phase der Stabilität angesagt. Bleiben Sie 2, 3 Jahre: Lernen Sie, sich in einer Organisation einzurichten und studieren Sie die Abläufe und Menschen.
Lynn: @ Marie:Im Projektgeschäft ist es nicht unüblich, dass man ständig wechselt. Da braucht man sich nicht zu rechtfertigen.
Gerhard Winkler: Achten Sie wirklich sehr darauf, nicht ohne Not oder stichhaltigen Grund zu wechseln.
gizmo: Guten Abend Herr Winkler. Wie verpacke ich wirkungsvoll meine Tätigkeiten im elterlichen Betrieb während der Ferien und vorlesungsfreien Zeit? Das mache ich nun schon viele Jahre. In Vorstellungsgesprächen kommt es mir so vor, als würde das aber eher als Nebensächlichkeit abgehakt. Zum einen, weil es der elterliche Betrieb ist, zum anderen ist es nur ein Punkt - und Listen leben eben nun mal von Punkten.
Gerhard Winkler: Listen leben von Punkten und sie leben auf, wenn ein Punkt besonders wichtig ist. Im Lebenslauf den Punkt anreichern und im Interview voll vom Leder ziehen!
Kecks: Hallo Herr Winkler, sind Geburtsdatum, Familienstand noch relevant in einem Lebenslauf?
Gerhard Winkler: Hallo Kecks, Geburtsdatum und -Ort würde ich noch hineinschreiben ... Familienstand nur, falls verheiratet. Kinder immer angeben.
Kecks: Gibt man wegen dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz noch das Geburtsdatum im Lebenslauf an?
Gerhard Winkler: Bis jetzt habe ich noch kein Signal, dass es unerwünscht ist.
BenediktM: Danke für die Antworten. Ich denke ich mache mich mal auf den weg nach Berlin und besuche ein Seminar von Ihnen. Ist im März noch was frei?
Gerhard Winkler: Nächster Workshop in Berlin am 21. März.
Bogen: Hallo Herr Winkler, Ich war nur Mitleser heute, hat mir aber beim Nachdenken geholfen und neue Anregungen für Änderungen gegeben. Vielen Dank und einen guten Abend
Gerhard Winkler: Merci, schönen Abend und merci für den tollen Chat! Protokoll morgen auf formyourself.de und in meinem Blog! Bonne nuit!