Chatprotokoll vom 07.08.2007

Offener Chat mit dem Bewerbungshelfer

Mit Gerhard Winkler - Chatprotokoll vom 07.08.2007

Moderator: Willkommen beim formyourself.de Experten-Chat mit Gerhard Winkler.

Gerhard Winkler
Gerhard Winkler

Gerhard Winkler: Bei tropischen Temperaturen und trotz eines parallel laufenden Apple-Mac-Ereignisses haben wir uns heute zum BEWERBERCHAT zusammengefunden. Schönen Abend!

Hoffnungsloser aus Neustadt: Hallo Herr Winkler, was gibt es Neues? Ab 3. September muss ich für 1 € beim Finanzamt Neustadt als Archivhelfer arbeiten.

Gerhard Winkler: Seien Sie nicht hoffnungslos. Im Archiv sammeln Sie berufliche Praxis und Sie können dort in aller Ruhe Ihr Exemplar #1 meiner Broschüre IN 2 STUNDEN:> JOBINTERVIEW studieren.

Bono: Für einen Job wäre ich bereit, von Magdeburg nach München zu ziehen. Muss ich das in der Bewerbung noch mal explizit aufführen? Zum Beispiel so: „Meine Umzugsbereitschaft ist uneingeschränkt.“?

Gerhard Winkler: Ich würde es in jedem Fall im Anschreiben erwähnen. Allerdings treffen Sie eine allgemeine Aussage. Warum präzisieren Sie nicht: Ich bin gern bereit, meinen Lebensmittelpunkt nach München zu verlagern. Oder: Ich möchte mich aus persönlichen Gründen nach München verändern.

Hoffnungsloser aus Neustadt: Was Bewerbungen betrifft, ich habe in einen neuen schwarz weiß Laserdrucker investiert und werde mir einen Canon Selby ES 1 zulegen, Fotodrucker mit Top Qualität.

Gerhard Winkler: Gute Anschaffung. Ich versuche weiter, für Sie ein Praktikum zu ergattern!

Bono: Ich bin der Meinung, dass man die Gehaltsangabe (obwohl ausdrücklich gewünscht!) in der Bewerbung weglassen sollte, wenn man längere Zeit stellensuchend ist. Persönlich würde ich das Thema erst im eventuellen Vorstellungsgespräch ansprechen. Wie ist Ihre Meinung dazu bzw. was würden Sie in der Bewerbung schreiben?

Gerhard Winkler: Wenn Sie längere Zeit stellensuchend sind, verhandeln Sie nicht aus einer Position der maximalen Stärke. In so einem Fall ist ein günstiger Preis ein gutes Argument.

Bono: Wenn man beim Gehaltswunsch bereit ist, Kompromisse zu machen. Wie schreibt man das am besten?

Gerhard Winkler: Gar nicht. Nennen Sie im Anschreiben Ihre Zielvorstellung oder erwähnen Sie das Thema überhaupt nicht.

Bono: Sollte man Konjunktive in Bewerbungen grundsätzlich vermeiden? Beispiel: „Über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch würde ich mich sehr freuen.“

Gerhard Winkler: Falls Sie sich maximal stark aufbauen und präsentieren wollen, dann lassen Sie alle Floskeln, Formeln, Allgemeinplätze, Beteuerungen, Ich-Aussagen (außer im letzten Paragraphen) einfach weg. Bewerben ist Indikativ Präsens. Bewerben ist sogar KATEGORISCHER Indikativ.

Hoffnungsloser aus Neustadt: Ich habe in einem 2 Stunden dauernden, positiven Vorstellungsgespräch erfahren, dass in Ämtern und Behörden und Verwaltungen in Rheinland-Pfalz Einstellungsstopp bis 2015 angeordnet ist! Wie hoch sind da noch meine Chancen als Bürokaufmann? Bewege ich mich nicht im toten Markt, das heißt, wo keine Jobanbieter sind, soll man sich nach Alternativen umsehen, wo es Arbeit gibt!

Gerhard Winkler: Ja, aber keine Umschulung! Machen Sie was aus dem, was Sie haben und drauf haben.

Vanessa: Hallo Herr Winkler, ich habe Diplom-Pädagogik mit dem Schwerpunkt Erwachsenenbildung studiert und möchte gerne im Personalwesen tätig werden. Leider bekomme ich aufgrund fehlender Berufserfahrungen sehr viele Absagen. Nun möchte ich mich weiterbilden. Da ich aber keinen IHK-Abschluss machen kann, weil ich keine kaufmännische Ausbildung habe und zu wenig Berufserfahrung habe, überlege ich, nun eine Weiterbildung an der Fernschule ILS zum Thema Personalsachbearbeitung zu machen. Welche Erfahrungen haben Sie mit Fernlehrgängen ohne IHK-Abschluss? Sind sie bei Personalern angesehen, weil man versucht, weiter zu kommen?

Gerhard Winkler: Liebe Vanessa, ein berufsbegleitender ILS-Lehrgang ist eine gute Idee. Ich würde mich parallel um einen Praktikumsplatz bemühen oder schauen, bei welchen kleineren oder Non-Profits Sie ein Personalmanagement machen können.

pete: Hallo Herr Winkler. Ich bin 25 und derzeit noch Student. Ich hätte einige Fragen zum Lebenslauf. Was genau sind extracurriculare Interessen bzw. Aktivitäten und wie bringt man diese am besten in einem tabellarischen Lebenslauf unter?

Gerhard Winkler: Hi, Pete, wo haben Sie denn diesen exorbitant stylischen Ausdruck "extracurriculare Interessen bzw. Aktivitäten" her? Falls Sie Hobbys meinen - in meinen Lebensläufen lasse ich sie weg. ENGAGEMENT und MITGLIEDSCHAFTEN bringe ich aber hinein.

pete: Der steht in den nötigen Bewerbungsunterlagen so drin.

Gerhard Winkler: Mailen Sie mich an, ich schicke Ihnen längere Ausführungen darüber, warum es vom vermarkterischen Strandpunkt aus sinnvoll ist, im Lebenslauf seinen privaten Zeitvertreib nicht anzuführen. - Wir geben den Personalern, was sie brauchen, aber wir geben ihnen nicht gleich alles, wonach sie verlangen. Priorität hat der Nachweis der Jobeignung.

Hoffnungsloser aus Neustadt: Ach ja, ich mache noch eine Weiterbildung ende August in Word 2007 usw. Habe sogar Kurs Bildbearbeitung 2007 mit Netfusion gemacht und Kenntnisse in Adobe Photoshop erworben! Muss ich dies angeben im Lebenslauf?

Gerhard Winkler: OH JA!!! Lieber Herr Hoffnungsvoll, Sie müssten doch für ein Small Business extrem interessant sein! Mit dem, was Sie sich alles angeeignet haben.

Hoffnungsloser aus Neustadt: Ach ja, ich habe noch was Interessantes, bin nebenbei noch 1&1-ProfiSeller geworden, Internet usw. Ist dies interessant für Firmen bzw. untermauert dies nicht als Pro-Argument, dass ich mich auch mit dem Internet etc auskenne? Soll ich dies auch angeben? Muss dann Lebenslauf nämlich wieder neu aufbauen und aktualisieren, sonst kommt nämlich Schrott raus! Bräuchte da wieder Hilfe. Geht das mit dem 10/10-Kurzcheck?

Gerhard Winkler: Bringen Sie keine Ebay-Erfahrung in den Lebenslauf - außer Sie wollen auf dem grauen Markt Karriere machen.

Goodluck: Guten Abend, Herr Winkler. Tropische Temperaturen verlangen nach einseitiger Ernährung: Wassermelone und Eiskaffee. Ich bin ein unfreiwilliger Studienabbrecher: Mein Studiengang wurde eingestellt und nun habe ich ziemliche Probleme, mit diesem Manko umzugehen. Berufliche Erfahrung habe ich studienbegleitend in der PR und im Standortmarketing gesammelt. Haben Sie einen Vorschlag für mich?

Gerhard Winkler: Haben Sie einen Abschluss? Oder eine gute Sammlung an Wissen, Können, Fertigkeiten, praktischen Erfahrungen? Ich würde erst einmal den Lebenslauf aufbauen, sammeln, was alles für einen spricht und dieses Datenblatt als Ausgangspunkt nehmen. Jede Profilierung braucht einen Datenbestand. Machen Sie nüchtern Inventur, aber vergessen Sie auch nicht die geringste Joberfahrung.

Goodluck: Dankeschön. Nein, kein "Abschluss" im Lebenslauf. Ich plane auch ein Fernstudium. Eine Bewerbungsberaterin meinte allerdings, ich solle erstmal "richtig einsteigen" und mich nicht um den fehlenden Abschluss bemühen.

Gerhard Winkler: Es ist gut, etwas abgeschlossen zu haben, aber es ist schlecht, eine Ausbildung auf die andere zu türmen. Jobtauglichkeit beweist man im Job und falls Sie sich im Berufsleben bewähren und Geld verdienen möchten, dann schauen Sie tatsächlich nach den Möglichkeiten, die sich Ihnen SO UND JETZT bieten.

pete: Habe noch eine Frage: Wie bringe ich eine nicht abgeschlossene Ausbildung am besten in einem tabellarischen Lebenslauf unter??

Gerhard Winkler: 03.2000 - 09.2006 Diplomstudium Ästhetik und Dialektik, Uni, ORT
Schwerpunkte Leistungen
Vordiplom 3,1; ohne Abschluss

Hoffnungsloser aus Neustadt: Habe noch ein Problem: Als Bürokaufmann werden immer sehr gute Deutschkenntnisse verlangt. Da man als Gehörloser nicht hören kann und nicht alles an Sprache aufgenommen hat, habe ich große Defizite mit Fremdwörtern oder Formulierungen, also die treffenden Worte zu finden, um richtig formulieren zu können. Jetzt habe ich den Tipp bekommen, ich solle mir ein Synonymwörterbuch zulegen. Was halten Sie davon?

Gerhard Winkler: Viel lesen. Viel schreiben. Verständige Menschen finden, die einen korrigieren. Gut formulieren, alles auch sprachlich vermitteln können ist eine Kunst, die einen (zumindest halbwegs, wie in meinem Fall) ernähren kann.

Hoffnungsloser aus Neustadt: Gibt es ein anderes Wort für Flyer und angeeignet oder erworben? ich kenne keine anderen, leider.

Gerhard Winkler: Da hilft tatsächlich ein Synonymwörterbuch, damit können Sie nach Flugblättern schauen und Ihre wissensmäßige Basis verbreitern.

Vanessa: Wie sinnvoll ist es, Profilings aus Online-Tests wie beispielsweise das Geva-Institut mit in die Anlagen zu packen?

Gerhard Winkler: Ich würde das auf keinen Fall tun. In gewisser Hinsicht zeigt einen die Testauswertung nackt. Die Schamgrenze tendiert heutzutage gegen Null, aber ich würde dennoch in diesem Fall auf meine innere Stimme hören, die da sagt: Es gibt Grenzen dessen, was der Personaler erfahren darf. Was anderes, wenn man mit Ihnen einen Test ausmacht - aber auch da wäre ich sehr vorsichtig. Die PERSÖNLICHKEIT geht einen Jobanbieter nur sehr begrenzt etwas an.

Matthias: Ich wollte vor kurzem Ihren Arbeitszeugnis-Generator in Anspruch nehmen. Leider übermittelte das Formular meine Daten nicht und stürzte ab. Ich scheue mich nun davor, meine doch sehr persönlichen Daten nochmals "irgendwo im Internet einzugeben". Bieten Sie den Service auf Ihrer Internetseite weiterhin an?

Gerhard Winkler: Bitte E-Mail-Adresse eingeben - sonst gar nichts und abschicken. Ich prüfe, ob das ankommt. Formulare sehen nur meine Assistentin Frau Laws und ich. Der Datenschutz ist absolut gewährleistet - wir geben nichts weite rund handeln nicht damit.

Matthias: In den letzten Monaten habe ich -neben ein paar lustlosen Standard-Bewerbungen verschickt - mich hauptsächlich in der Welt herumgeschlagen... na, übertreiben wir’s mal nicht: Ich bin viel gereist, habe von meinem Ersparten gelebt, mich in mein Hobby vertieft, mich in einem Internet-Projekt engagiert mit Texten verfassen und Übersetzungen erstellen. Aber eben: ich habe keine feste Anstellung.

Gerhard Winkler: Auch für Sie gilt: Sammeln Sie, was alles für Sie spricht, tragen Sie es zusammen, bauen Sie daraus einen Lebenslauf und dann brüten Sie, was Sie aus sich jetzt machen werden.

Bono: Hallo Herr Winkler, bin zum ersten Mal im Bewerber-Chat und muss sagen, dass Sie wirklich gute Tipps geben!

Gerhard Winkler: Ich muss sagen, dass Sie alle wirklich gute Fragen stellen.

Silke: Hallo Herr Winkler, ich habe Ende April diesen Jahres mein Studium der Anglistik, Politik und Soziologie mit Auszeichnung abgeschlossen. Allerdings habe ich bis zur Erreichung des Abschlusses 10 Jahre gebraucht. Mein Hauptnutzen für einen potentiellen Arbeitgeber liegt auch nicht in meinem Studium, sondern in der Vertriebserfahrung, die ich seit 1999 durch eine studienbegleitende Tätigkeit im Callcenter erlangt habe. Dort habe ich für Hersteller von Produkten aus dem Bereich Bau, zum Beispiel Betonschalungssysteme, Außendiensttermine bei Architekten, Bauherren, Geschäftsführern etc. vereinbart. Habe auch für einen Marktführer von Bodenbelägen für den Office-Bereich auf englisch nach China telefoniert. Alles seriös und recht anspruchsvoll. Soll ich nun meine Studiendaten oder die berufsbegleitende Tätigkeit als erstes in den Lebenslauf schreiben?

Gerhard Winkler: In Ihrem Fall ist die berufliche Erfahrung das bessere Argument. Notieren Sie am Ende des Eintrags: studienbegleitende Tätigkeit.

Silke: Meinen Sie mit "am Ende des Eintrags" dass die Rubrik studienbegleitende Tätigkeiten direkt nach der Rubrik persönliche Daten kommen soll, oder direkt nach der Rubrik "Ausbildung"? Ein Praktikum bei einer Unternehmensberatung fällt dann auch unter den Bereich "studienbegleitende Tätigkeiten", oder?

Gerhard Winkler: Nö. Es gibt nur AUSBILDUNG, BERUFLICHE PRAXIS, WEITERBILDUNG, KENNTNISSE, ENGAGEMENT bzw. MITGLIEDSCHAFTEN. Wenn es für Geld war, ist es Job, wenn es für eine bessere Welt war, ist es Engagement.

Silke: Wie viele Stichpunkte sollte ich zu meiner "Berufspraxis" machen? War speziell bei meinem Nebenjob Allrounder (telefonische Personalauswahl, Aushilfe im Berichtswesen, Telefonaktionen auf deutsch und englisch etc.)?

Gerhard Winkler: Unbedingt die letzten Jobs mit Angaben zu den alltäglichen Aufgaben, Leistungen Erfolgen füttern!

Silke: Habe noch eine weitere Frage. Wenn ich zum Vorstellungsgespräch eingeladen werde, wie kann ich geschickt meine sehr lange Studiendauer begründen? Der wahre Grund liegt in einem Todesfall in der Familie, der mich aus der Bahn geworfen hat, aber das kann ich ja im Vorstellungsgespräch nicht sagen. Und ins Stottern kommen sollte ich auch nicht. Was also tun?

Gerhard Winkler: Warum können Sie das nicht sagen? Was wäre die Alternative? Vielleicht haben Sie sich um die Familie kümmern müssen und wurden von den Mitgliedern sehr beansprucht.

Vanessa: Was halten Sie von Zeitarbeitsfirmen. Ist es eine gute Chance, um ins Berufsleben einzusteigen oder eher Ausbeutung?

Gerhard Winkler: Ich kenne viele Klienten, die mit Hilfe von Zeitarbeitsfirmen überlebt und sogar eine feste Anstellung gefunden haben.

Hoffnungsloser aus Neustadt: Thema Zeitarbeitsfirmen: wie unterscheidet man unseriöse von seriösen, gibt es da Muster oder Tipps, wie man sich schützen kann vor Ausbeutung usw.?

Gerhard Winkler: Laden anschauen, Leute anschauen, Vertragsbedingungen zu Hause lesen und einem verständigen Dritten zeigen, bevor man unterschreibt.

Hoffnungsloser aus Neustadt: Wie heißt es richtig, besser als oder besser wie ich? Wann schreibt man das und wann dass? Angeblich würde man den Unterschied beim Sprechen hören, aber ich höre ja nicht, leider! Gibt es da einen Test, dieser, jenes, welches? Ist dies richtig oder gibt es da was Einfacheres?

Gerhard Winkler: Besser als im sprachlichen Nebel herumzustochern ist immer, sich in die deutsche Grammatik und in den rechten Wortgebrauch einzulesen. Da gibt es eine ganze Reihe von lesenswerten Handbüchern. Einfach die nette Bibliothekarin fragen.

Bono: Auf die Schwächen im Vorstellungsgespräch angesprochen: Was sind Ihrer Meinung nach "liebenswerte Schwächen"?

Gerhard Winkler: Geben Sie keine Standardantwort aus dem Lehrbuch: Ich habe diese Frage ganz UNGEDULDIG erwartet, aber UNGEDULD ist nun mal auch meine Schwäche und anscheinend auch die der Leser von H&S.

Hoffnungsloser aus Neustadt: Wie kann ich alle Dokumente, Zeugnisse usw. in ein einziges PDF umwandeln, das soll angeblich gehen, ich weiß aber nicht wie? Bitte um Hilfe, Tipps, Anleitung!

Gerhard Winkler: Googeln Sie das Thema: Es gibt Tutorials, Einführungen und kostenlose oder Shareware-Tools.

Hoffnungsloser aus Neustadt: Was sind Tutorials? Kenne das Wort nicht, sind das Tools?

Gerhard Winkler: Einführungen, Handreichungen

Michael31: Hallo Herr Winkler. Ich bin 31 und Bürokaufmann. Ich würde gerne Ihre Meinung zu den VHS-Kursen hören. Sollte man das Englisch- oder Rhetorik-Zertifikat von der VHS mitschicken oder nicht? Ich habe gehört, dass die Personaler es belächeln.

Gerhard Winkler: Nachweis ist Nachweis. Wenn Sie 6 Semester VHS durchgehalten haben, dann spricht das schon mal für Sie. Ich habe im letzten Jahrhundert allerdings auch VHS-Kurse gegeben - je sais, que personne n'a le temps de faire ses devoirs.

Hoffnungsloser aus Neustadt: Wenn man eine Erkrankung hatte und somit beruflich ausfällt, ich 2 Jahre wegen CI Operation, wie kann ich dies im Lebenslauf angeben? Berufliche Auszeit wegen Erkrankung und Operation, Reha-Aufenthalt, danach Genesung und als arbeitsfähig entlassen mit beruflicher Neuorientierung?

Gerhard Winkler: JA!

Goodluck: "Ich kann mich mit den Zielen Ihres Vereins vollkommen identifizieren und bin stark motiviert, mir Kenntnisse im Bereich verantwortungsvolle Unternehmensführung rasch anzueignen." Was sagen Sie dazu?

Gerhard Winkler: Die höfliche Antwort lautet: Grässlich.

Goodluck: Und wie lautet die höflich-konstruktive Antwort?

Gerhard Winkler: Loyalität und Identifizierung beteuert man nicht, man lässt das aus den Fakten (aus Ihrem Engagement, Ihren Jobs etc.) erschließen. Warum soll man Ihnen das glauben? Sind Sie weniger glaubwürdig, wenn Sie das nicht beteuern? Und fehlende Kenntnisse anzuzeigen ... Sie verweisen doch auch nicht darauf, dass Ihre Hose am Boden ein Loch hat. Also: nichts behaupten, nichts entblößen in Anschreiben und Lebenslauf!

Matthias: Ich stehe vor der für mich unangenehmen Aufgabe, von meinem letzten Arbeitgeber ein qualifiziertes Zeugnis zu verlangen. Dumm nur, dass die "Beendigung des Arbeitsverhältnisses im gegenseitigen Einverständnis" (der Job war für mich nicht das richtige, was sich in meiner Motivation niederschlug und nach neun Monaten zur Auflösung des Arbeitsvertrages führte) nun schon 3,5 Jahre zurückliegt, ich seitdem ohne Anstellung bin, mich wegen meiner Lücke im Lebenslauf sehr schäme (da ich sie nicht plausibel erklären kann), und nicht weiß, wie ich den Personaler der Firma entgegentreten soll. Mein erster Schritt: Ich werde das Zeugnis vorformulieren (dank Ihrem Buch 'An die Arbeit' hab ich eine sehr gute Vorlage/Inspiration auf Seite 179). Doch wie gehe ich damit zu dem Personaler des Ex-Arbeitgebers? Persönlich ohne Termin einfach anklopfen? E-Mail? Telefonisch? Was sag ich am Telefon? "Ich hätte gerne ein Zeugnis und hab auch schon was vorbereitet..."?

Gerhard Winkler: Ich würde anrufen, wenn Sie persönlich vorbeikommen, erwischen Sie vielleicht wirklich einen unpassenden Moment. Klären Sie es telefonisch ab. Was haben Sie in den letzten Monaten gemacht?

Hoffnungsloser aus Neustadt: Lebenslauf, Persönliche Daten, beruflicher Werdegang, gibt es da keine besseren Formulierungen, in allen Büchern steht das, klingt so nach 08/15!

Gerhard Winkler: Zur Person, Berufliche Erfolge, Ausbildung, Weiterbildung, Wissen und Können ...

Bono: Am Ende eines Vorstellungsgesprächs sollte man eigene Fragen stellen. Kann man sich die Fragen auf einem Block notieren und davon ablesen?

Gerhard Winkler: Vorab notieren schon - aber nur vom Blatt ablesen, wenn Sie sich bei der Deutschen Gesellschaft zur Förderung der Betulichkeit bewerben.

Gerhard Winkler: Liebe Leute, in wenigen Tagen veröffentliche ich das PDF-Tutorial IN 2 STUNDEN: JOBINTERVIEW mit Anleitungen, Regeln, Übungen, Tipps zur Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch. Dort findet man auch eine Liste der Fragen, die ich in ANDERS ANTWORTEN behandle.

Hoffnungsloser aus Neustadt: Wie erreiche ich Sie am besten?

Gerhard Winkler: Ich bin die nächsten Tage mit dem Reader und den Aufträgen beschäftigt. Geben Sie dennoch nicht auf!
Danke für die vielen guten Fragen und Hinweise. Es hat Spaß gemacht! Sorry, ich muss für heute Schluss machen. Lesen Sie formyourself.de! Laden Sie sich das kostenlose Mega-PDF für Erstbewerber! Schönen Abend allerseits!