Mit Gerhard Winkler - Chatprotokoll vom 08.11.2006
Moderator: Willkommen beim formyourself.de Experten-Chat mit Gerhard Winkler.

Gerhard Winkler: Hallo. Wir sind hier in einer kleinen Runde. Sie können Fragen rund um das Thema Bewerbung stellen oder von Ihren Erlebnissen und Erfahrungen berichten …
Michael: Ich habe nur eine Frage zum 10/10 Check. Mit was für einer Wartezeit muss man aktuell ungefähr rechnen?
Gerhard Winkler: Meine Assistentin Sigrun Laws erledigt das zeitnah innerhalb von 24 Stunden.
Ildipildi: Hi! Bin sehr unglücklich mit meiner jetzigen Stelle. Ist andererseits ein ziemlich sicherer Job und die Chancen für eine andere Arbeit sind schlecht. Sollte ich mich trotzdem mal auf Verdacht bewerben?
Gerhard Winkler: Auf keinen fall die Nerven verlieren und kündigen.
Gerhard Winkler: Die beste Ausgangssituation ist immer eine Bewerbung aus ungekündigter Position.
jochen_aus_neustadt_76: Guten Abend Herr Winkler. Bürokaufmann wird doch ohne Spezialisierungen ausgebildet. Auf formyourself.de lese ich, dass es in der Ausbildung spezielle Fortbildungen und Zertifikate gibt. Wer muss dies zahlen, der Arbeitgeber oder muss man sich dies selber beibringen und bezahlen? Ich will ja nicht veraltetes Wissen haben
Gerhard Winkler: Jochen, Sie sind als Bürokaufmann fortwährend aufgerufen, Ihr Know-how zu aktualisieren. Manchmal zahlt so etwas der Arbeitgeber. Aber ich würde auch selbst in die Tasche greifen, um mich auf die aktuellen Marktanforderungen vorzubereiten.
Archie: Haben Sie in absehbarer Zeit in NRW oder Saarland Vorträge geplant?
Gerhard Winkler: Am 29.11. Podiumsdiskussion in Köln. Am 30.11. ein geschlossenes Tagestraining, aber da würde ich Sie vielleicht integrieren können.
Pouvoir: Sehr geehrter Herr Winkler, wie kann man sich als bisheriger "Pechvogel" im Bewerbungsverfahren gut verkaufen? Pechvogel = nach einem gut absolvierten Auslandsstudium, auf dessen Bestehen man sehr stolz ist, entweder nicht die richtige Position gefunden, in der man wirklich gut war oder in einem Unternehmen eine gute Position gehabt, die zudem ne Menge Spaß gebracht hat, aber dreimal in den letzten fünf Jahren im Zuge von Übernahmen, Fusionen oder Auftragsverlusten gekündigt wurde? Sollten nicht allzu viele Chatter online sein, gebe ich gerne noch Details. Vielen Dank schon mal für kurzes Feedback!
Gerhard Winkler: Zwischen 2001 und 2006 hat es eine Menge qualifizierter Kaufleute und IT-Experten gebeutelt. Sehen Sie sich nicht als Einzelfall. Stopp & Go im beruflichen Werdegang ist überhaupt nicht selten. Also: Selbstbewusst vermarkten! Die positiven Beiträge aufzählen, auch wenn der Wirkungsrahmen eher begrenzt war!
Ildipildi: Meine letzte Bewerbung ist uralt und muss sicherlich modernisiert werden - wie läuft das mit Ihnen? Ich melde mich über Ihre Website an, schicke Ihnen meine Bewerbung und Sie optimieren sie? Wie lange dauert das ungefähr? Und was kostet es?? (Bin zurzeit ziemlich pleite …)
Gerhard Winkler: Liebe Ildipildi, ich würde Ihnen empfehlen, sich in jova-nova.com und formyourself.de einzulesen. Sie können mit etwas Geduld und Eifer auch selbst Ihre Bewerbung optimieren. Was ich weiß, steht alles im Web. (OK, was ich als Texter und Optimierer kann, das ruft man nur ab, wenn man mich beauftragt.)
jochen_aus_neustadt_76: Hmm, vieles ist aber speziell, zum Beispiel erweiterte Buchführung, IHK geprüfter Buchhalter, Personalberater, usw. Das Wissen bekommt man doch erst im Beruf und in der Firma durch Praxis usw. Ich brauche noch 1 Jahr Berufspraxis, dann kann ich eventuell Bürofachwirt machen. Ich weiß echt nicht, wie und was und wo ich mich speziell für das Büro fit machen kann, Büro ist speziell, Lohn, Gehalt, Buchführung usw. So etwas bieten Volkshochschulen etc nicht an. Weiterbildungen über IHK gehen aber nur über Arbeitgeber und mit aktuellem Beschäftigungsverhältnis wurde mir gesagt, oder bin ich da falsch und sind die Infos falsch?
Gerhard Winkler: Jochen, Sie sind jobsuchend. Da würde ich erst mal prüfen, ob meine Qualifikationen ausreichen. (Jobofferten analysieren, mit Jobanbietern sprechen.) Es ist sinnlos, sich fortwährend - womöglich auch noch in Vollzeitmaßnahmen fortzubilden. Nichts zählt mehr als echte Jobpraxis.
Archie: Meines Erachtens fängt das Selbstbewusstsein dort an, wo man sein Schicksal nicht mehr in der dritten Person "man" beschreibt @Pouvoir
Gerhard Winkler: Zu den Themen Selbstbewusstsein und berufliche Identität maile ich den Chatteilnehmern gern Zusatzinfos. Einfach bei gwinkler@jova-nova.com anfordern!
Pouvoir: Wow, es klappt! Selbstbewusst vermarkten ist schwierig, weil ich voller Selbstmitleid bin (wenigstens gebe ich es zu …) und total verzweifelt, und ich denke, das kommt im Gespräch rüber, denn eingeladen werde ich, aber Zweitgespräche gab es bisher nur eins (von zwölf Erstgesprächen in drei Monaten). Wie schafft man es, diese verfluchte Verzweiflung mal auszuschalten?
Gerhard Winkler: Solange Sie verzweifelt sind, gehen Sie runter an den Fluss und werfen Steine ins Wasser. Selbstvermarktung klappt nicht, wenn Sie mit der Welt oder sich selbst hadern. Bauen Sie sich geduldig auf.
Pouvoir: Die "Arbeitslosigkeitsuhr" tickt während des Steinewerfens aber weiter … und eine arbeitslose Zeit von über drei Monaten würde ich mir echt nicht verzeihen. Habe einen Ihrer Ratschläge bereits befolgt und ein Praktikum bei einem Arbeitsrechtler an Land gezogen … wie lange darf man sich Ihrer Meinung nach Zeit lassen, sich selbst wieder aufzubauen?
Gerhard Winkler: Eine BWLerin hat sich ein Jahr Zeit genommen, Jobofferten abgesagt, bis sie ihren Traumjob hatte. Sie werden nicht abgehängt, wenn Sie nicht auf den nächst besten Zug springen.
Ildipildi: Und halten Sie auch in Berlin mal ein Seminar??
Gerhard Winkler: Alle Workshops und weiteren Termine finden Sie auf jova-nova.com. In Berlin finden regelmäßig Tagestrainings statt! Danke für die Möglichkeit, ein bisschen Eigen-PR zu machen.
jochen_aus_neustadt_76: Viele Fragen, Herr Winkler, was? Aber so ist nun mal das Leben, wenn man sein Leben selbst meistern muss. Ich finde keine arbeit, deswegen suche ich nach Möglichkeiten, weil ich will so gut wie möglich sein, um endlich Arbeit zu bekommen, wir haben 4 Millionen Arbeitslose und da muss ich schauen, dass ich mithalten kann, eventuell fehlen mir Kenntnisse, oder muss auffrischen usw. Ich lebe ständig in Angst, ein Versager zu sein und nicht gut genug und dass andere besser sind und ich deshalb keine Chancen mehr habe und solange arbeitslos bin.
Gerhard Winkler: Lieber Jochen, lassen Sie sich nicht ins Bockshorn jagen. Sie sind sicher ein tüchtiger Bewerber, und das merken Jobanbieter.
jochen_aus_neustadt_76: Aber warum nimmt mich dann keiner, keine Vorstellungsgespräche, null, komme mir echt vor, wie wenn ich auf dem Mond sitze und nach Käfern Ausschau halte.
Gerhard Winkler: Irgendwas an Ihrer Bewerbung hält Jobanbieter ab, Sie einzuladen. Drehen wir doch mal an ein paar Einstellschrauben und sehen wir dann weiter.
Archie: Ich liebe knappe Formulierungen (auf den Punkt kommen) und bin in so fern Ihrer Meinung. Haben Sie neben der Meinung auch Erfahrungswerte von der Praxis - teilen die Personaler Ihre Meinung?
Gerhard Winkler: Ich frage nicht, was Personaler erwarten - denn dann muss man Deckblätter und Persönliche Seiten 3 abgeben und sich über seine Hobbys und Interessen auslasssen …
Ich beschränke mich darauf, exakt zu liefern, was Rekrutierer brauchen. Harte Fakten und klare Ansage des Eignungsprofils. No-Nonsense-Präsentationen sind meine MASCHE. Und die funktioniert, sonst hätte ich nicht so viele zufriedene Leser und Klienten.
Lassen Sie sich nicht durch meine bilderreiche Sprache auf jova-nova.com und durch meine kreativen Einfälle täuschen: Jobfindung ist Business und eine Business-Präsentation läuft nicht so, wie es sich die Ghostwriter von Hesse/Schrader vorstellen.
Archie: Nach dem Grundsatz: "Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler" - sollte man doch sicher auch auf die Interessen der Personaler Rücksicht nehmen, oder?
Gerhard Winkler: Klar. Bewerbungen machen Rekrutierern Arbeit. Darum arbeitet man ihnen zu. Rekrutierer haben Angst zu versagen. Darum bestärkt man sie. Rekrutierer sind interessengeleitet. Man gibt ihnen die Möglichkeit, ihr persönliches Interesse und das der Organisation zu kombinieren.
Ildipildi: 'Schuldigung! Habe mich noch nicht so richtig informiert über Ihr Angebot, habe nur von einer Freundin gehört, dass Sie ein Bewerbungsberater sind (wusste bisher gar nicht, dass es das gibt). Mein PC ist zu langsam, klinkt sich immer wieder aus - ich werde mich erst einmal auf Ihren Seiten schlau machen und melde mich dann bei Ihnen! Viel Spaß noch heute Abend!
Gerhard Winkler: Gelobt sei Ihre Freundin für ihre guten Tipps!
Claudia: Hallo Herr Winkler, wann gebe ich meine Webseite in der Bewerbung an? Im Lebenslauf oder im Anschreiben? Als Grafikerin zeige ich Beispiele oder stelle ich auch meinen Lebenslauf ins Netz?
Gerhard Winkler: Ihre Website ist nur sinnvoll, wenn Sie Ihre Dienste auch freiberuflich anbieten könnten oder wenn Sie Arbeitsproben dort versammeln. Man kann eine Vita online stellen - das ist eine Submenge des Lebenslaufs (wie in der Biographie auf Klappentexten). Ein Anschreiben ins Blaue zu publizieren ist so hanebüchen, darauf können nur die Zeitvertreiber von A-Agentur-Trainingsmaßnahmen kommen. Bieten Sie auf der Website auch Arbeitsproben im PDF-Format an!
Archie: Was meinen Sie mit „… Anschreiben ins Blaue publizieren …“, etwa Initiativbewerbung?
Gerhard Winkler: Anschreiben ins Blaue bezog sich auf Bewerbungen, die man auf seiner Homepage online stellt. Die sind unspezifisch, inaktuell, vollkommen ungeeignet. Es sind Worte in den Wind.
Mr_Monitor: Hallo Herr Winkler. Ich bin Diplom-Biologe und nun auf der Suche nach einer Anstellung in der Industrie. Mir erscheint da eine Anstellung als Clinical Research Associate (CRA)/Clinical Monitor sinnvoll im Hinblick auf meine Neigungen. Das Problem: Man braucht Organisations-Talent. Ich kann organisieren, aber ich habe kein Zeugnis als Beweis. Das einzige, was ich von meiner Seite aus zu dem Punkt schreiben kann, ist: wenn man in einer süddeutschen Großstadt an der Uni Bio studiert, fährt man den ganzen Tag durch die Stadt, weil die Einrichtungen absolut verteilt sind. D.h.: sinnvollen Stunden-/Semesterplan erstellen. Ich kann das schon so in die Bewerbung rein schreiben, aber wirkt's dann nicht ein wenig hilflos: die zwanghafte Suche nach Argumenten? In einer entsprechenden Stellenanzeige wurde die Ausbildung zum CRA angeboten. Einzige Bedingung: Naturwissenschaftliches Studium. Na ja. Da kann ja sich dann fast jeder bewerben, wenn's danach ginge. Lange Rede, kurzer Sinn: wie bewerbe ich mich auf eine Position, in der zwar ein Studienabschluss als Biologe gefordert wird, die nötigen fachlichen Kenntnisse aber eventuell im Pharmazie-/Medizin-Studium vermittelt werden?
Gerhard Winkler: OK, ich kenn mich ein wenig mit Biotechs aus. Mein Vorschlag: Bauen Sie sich in Lebenslauf und Anschreiben auf - MIT DEN ARGUMENTEN, DIE IHNEN ZUR VERFÜGUNG STEHEN. Mailen Sie das nicht an Personaler, sondern an CEO, COO, CRO, Geschäftsführer, Leiter von Klifos ... und wenn Sie aktiv sein wollen, rufen Sie an und stellen Sie sich telefonisch vor.
jochen_aus_neustadt_76: Herr Winkler, Sie sagen immer, man sei Leistungsanbieter und kein Bittsteller. Das Arbeitsamt verlangt aber, man muss jeden Job annehmen, auch wenn er unterbezahlt ist und unter aller Sa...! Wie stehen Sie dazu und was raten Sie?
Gerhard Winkler: Ich würde auch auf dem Markt stehen und Äpfel verkaufen, wenn mir das aus einer Beschäftigungslosigkeit hilft. Die Frage, was zumutbar ist, beantwortet jeder für sich selbst.
rike: Hallo Herr Winkler, ist es besser, nach der Ausbildung direkt mit einem Studium zu beginnen oder lieber erst einmal ein paar Monate zu arbeiten, um Berufserfahrung zu sammeln. Was macht sich besser im Lebenslauf?!
Gerhard Winkler: Zügig das Studium aufnehmen und während des Studiums so viel Joberfahrung wie möglich gewinnen - auch durch Aushilfsjobs!
marta: Hallo und schönen Abend
Gerhard Winkler: Hi, Marta.
jochen_aus_neustadt_76: Herr Winkler, kann sich ein Bürokaufmann auch bei Krankenkassen oder Autohäusern etc bewerben? Weil es gibt zig Kaufmann-Berufe, was sind da die Unterschiede? Kaufmann ist doch Kaufmann oder?
Gerhard Winkler: Fragen Sie sich im Zweifel nicht selber, ob Sie sich bewerben sollen. Rufen Sie bei Jobanbietern an und sagen Sie, was Sie an Leistung anzubieten haben.
Archie: Die Frage von Jochen irritiert mich - Ihre Antwort allerdings auch - was soll er mit seinem Anruf bezwecken? Die lapidare Antwort wird lauten: "Schicken Sie uns Ihre Bewerbung"
Gerhard Winkler: Es geht bei der telefonischen Kontaktaufnahme weniger darum, seine Bewerbung einreichen zu können, sondern 1. Jobinfos zu bekommen und 2. Jobanbieter auf sich neugierig zu machen.
Pouvoir: Ich weiß allerdings ziemlich genau wie mein Traumjob aussieht und lass jetzt mal die Katze aus dem Sack: bin nämlich selbst Personaler und mag dennoch knappe, aussagekräftige und übersichtliche Bewerbungen :-). Bis 03/2006 war ich Personalreferentin und habe seit 04/2006 eine Position als Personalleiterin (auslaufend Ende November auf Grund einer Übernahme und dem Motto last in - first out). Bewerbe ich mich als Referentin, sagt man mir, ich wäre doch schon "zu weit in meiner Entwicklung". Als Personalleiterin bin ich "noch nicht gestanden" genug. Der Titel ist mir zwar egal, es geht mir um die Aufgaben. Aber wie kann man, sorry Archie: ICH :-), dem entgegentreten?
Gerhard Winkler: Sie haben TROTZ Ihrer jungen Jahre bereits dies & jenes geleistet. Das ist ein Ausweis Ihrer Tüchtigkeit. Ich würde, falls die Bewerbungen floppen, einfach im Lebenslauf die Zeile mit dem Geburtsdatum streichen. Mal sehen, wie das ankommt.
Pouvoir: Die Bewerbungen floppen ja nicht, sondern die Gespräche. Und das Alter kann man sich anhand des Abi-Jahrgangs ausrechnen … wie kann ich vorbauen? Ich sage ja bereits, dass der Titel "Referent", "Leiter", "Business Partner" etc. mir nicht so wichtig ist wie die Aufgaben, das Umfeld, meine Möglichkeiten, zum Unternehmenserfolg beizutragen etc. Was könnte ich sonst noch aus der Trickkiste greifen?
Gerhard Winkler: Warum Gespräche floppen, bekomme ich erst heraus, wenn ich mit Ihnen spreche und Sie in die Mangel nehme. Eine Hypothese wäre, dass Sie eine mögliche Ablehnung in Ihrem Verhalten vorwegnehmen.
Pouvoir: Momentan bin ich noch nicht soweit, wahrscheinlich würde ich losheulen, wenn Sie mich in die Mangel nehmen würden, das wäre ja nicht Sinn der Sache … sobald ich wieder kritikfähig bin, was raten Sie mir? Ein Tagesseminar in Berlin mit anderen zusammen oder eine individuelle Beratung? (Und bitte nochmal kurz die Kosten der letzteren; pro Stunde/Tag.)
Gerhard Winkler: Wenn Ihnen zum Heulen zumute ist, dann muss man Sie wieder zum Lächeln bringen. Das kann eine kleine Gruppe von Schicksalsgefährten wie in einem Tagestraining sicher gut.
jochen_aus_neustadt_76: Herr Winkler, haben Sie noch gute Beziehungen oder Kontakte zu Firmen in Mannheim, was für mich eventuell in Frage käme und Sinn macht, sich zu bewerben(Sie haben ja in Mannheim studiert)!
Gerhard Winkler: Lieber Jochen, ich würde Sie ja gern vermitteln. Ich denke mal nach.
Archie: Hallo Jochen, warum fragen Sie nach den Beziehungen von Herrn Winkler - was ist mit Ihren eigenen? @Jochen
Gerhard Winkler: Glauben Sie mir, meine Assistentin Sigrun Laws und ich treffen täglich auf tolle, begabte, erfahrene, motivierte berufliche Könner ... die sich mit voller Kraft um eine Aufgabe bemühen. Ich wollte, ich hätte Beziehungen zum Jobhimmel.
Archie: Sorry - trotz der hohen Zahl an Übereinstimmung - hier teile ich Ihre Meinung nicht. Wenn Jochen wirklich diese Fragen stellt, outet er sich als oberflächlich - die Anzeige (er sprach von Jobanbietern) legt die wesentlichen Parameter fest.
Gerhard Winkler: Klar, aber Jobofferten sind oft schwammig und nichtssagend formuliert. Da, wo man eine Jobchance wittert, soll und darf man nachhaken.
Archie: Nachhaken ja, aber nicht mit dem Abgleichen, ob die eigenen Fähigkeiten mit dem Stellenprofil übereinstimmen. Ich denke, dass Jochen erst mal eine Standortbestimmung machen muss, um zu wissen, was er denn wirklich mitbringt.
Gerhard Winkler: Ja. Bevor man lostelefoniert, muss man wissen, wo man steht, was man anbietet und wo man hin möchte. Man braucht einen Teaser-Text, um Jobanbieter zu ködern. Man muss seine Bewerberstory drauf haben ...
marta: Frage: wenn ich ein Stellenangebot im Internet finde, wie lange hat es denn Gültigkeit. Oder besser, bis wann sollte meine Bewerbung eintreffen, um noch guten Eindruck zu machen? 1 - 4 Wochen? Es kann passieren, dass ich eine Suchmaschine neu finde … und dort eine 3 Wochen alte Anzeige steht. Gibt es hier auch Regeln?
Gerhard Winkler: Wenn die Anzeige älter als 14 Tage ist, würde ich telefonisch oder per Mail nachfragen.
marta: Ich möchte aus einem Berater-Job in eine Stelle vor Ort wechseln. Deswegen bin ich von den Aufgaben flexibel (will nicht mehr 5 Tage die Woche unterwegs sein!!). Ist diese Flexibilität womöglich schlimm und zu erkennen? Wie könnte ich dem Eindruck unsicher, kein Ziel haben entgegenwirken? Tipps??
Gerhard Winkler: Das würde ich klar zum Ausdruck bringen. Sie sind erfolgreich im Job. Sie möchten Parameter ändern. Das ist doch legitim. Sie sind halt nicht mehr so reisefreudig wie vor ein paar Jahren. Es ist doch gut, wenn man die Jobumgebung und die Anforderungen wechselt …
marta: An Fachleute: wenn eine Anzeige zum dritten Mal in monatlichen Abstand aufgegeben wird, geben die Personaler dann auch nach mit den Anforderungen? Oder wird weiterhin knallhart gesucht? Ingolstadt ist nicht der Nabel der Welt - und ich hoffe, es gab keine geeigneten Bewerber.
Gerhard Winkler: Sind Sie sicher, dass es eine reale Stelle ist? Warum reden Sie nicht mit den Leuten?
marta: Ja, aber die Bandbreite reicht von Marketing-Manager bis Test-Manger (Software - meine momentane Aufgabe). Ich finde das OK, nur bei den Bewerbungen die Kenntnisse anzupassen ist schon schwer.
Gerhard Winkler: Anschreiben und Lebenslauf bitte stets argumentativ anpassen!
marta: Es gibt nur eine E-Mail-Adresse. Ich werde dorthin schreiben. Kann ich in der E-Mail auch gleich nach der Telefonnummer fragen, um meine Fragen zu stellen?! Englische Firma, nicht auffindbar bei Google … aber existent - betreiben die Villages: www.ingolstadtvillage.de
Gerhard Winkler: bei denic oder internic nachschauen, wer die Site betreibt.
Moderator: Der Chat wird nun geschlossen, Herrn Winkler und allen Teilnehmern ein herzliches Dankeschön fürs Mitmachen und noch einen schönen Abend! Auf Wiedersehen!
Gerhard Winkler: Danke für Ihre Fragen. Schönen Abend allerseits!