Chatprotokoll vom 13.01.2009

Offener Chat mit dem Bewerbungshelfer

Mit Gerhard Winkler - Chatprotokoll vom 13.01.2009

Moderator: Willkommen beim formyourself.de Experten-Chat mit Gerhard Winkler. Der Chat beginnt um 19 Uhr.

Gerhard Winkler: Guten Abend! Ich spare heute einfach die schönen Begrüßungsworte ein und überfalle Sie (noch einmal) mit meiner Aufgabe, die ich im heutigen Newsletter gestellt habe: "

Vier Teilnehmer eines Assessment Centers begrüßen sich per Handschlag. Wie oft wird der Händedruck insgesamt ausgetauscht?

( ) viermal
( ) sechsmal
( ) zehnmal
( ) zwölfmal
( ) Kein Händedruck - wird sind nicht auf dem Sportfest"

Diese Fragenvorlage stammt übrigens aus dem Online-Assessment eines Handelshauses. Wollen Sie eine Antwort versuchen? Sie dürfen aber auch jede andere natürliche Zahl zwischen 1 und unendlich nennen. Wir sammeln erst einmal Antworten –

Greenhorn: 12mal?

Gerhard Winkler: Ich kann selbst nicht rechnen, also habe ich mir die Lösung für diese Händeschüttler-Frage aufgeschrieben: ab ac ad bc bd cd-

Gerhard Winkler: Liebe Teilnehmer, wie immer können Sie, wenn Ihnen eine heiße Bewerbungsfrage unter den Nägeln brennt, sofort Ihre Fragen stellen! Schießen Sie los!

japonica: So nochmals: die Antwort ist sechs

Gerhard Winkler: Liebe Japonica, "6" stimmt.

Gerhard Winkler: Noch eine Frage aus dem Online-AC der Firma XYZ: "Welches Wort entspricht dem Begriff KAPAUN: Waldgeist - Fasan - Mönch - Masthahn?"

Sascha: Masthahn

Bastine: Masthahn

boring man: Ich tippe auf den Mönch...

Gerhard Winkler: Bastine, Sascha: Glückwunsch! Sie haben Germanistik studiert? Grimmelshausen gelesen? Ich glaube, bei Brecht kommt der auch vor.

Gerhard Winkler: Mönche haben eine gewisse Affinität zu Kapaunen, weil sie die in den mittelalterlichen Schwänken gern Kapaune geklaut haben und weil sie selber ähnlich rundlich wie ein Kapaun dargestellt wurden. Danke für Ihre Aufmerksamkeit bei diesem kulturgeschichtlichen Exkurs.

melody: Guten Abend! Zu blöd, dass ich mir unter "Assessment Center" nichts vorstellen kann.

Gerhard Winkler: Wikipedia schreibt: Ein Assessment-Center ("AC") ist die für das betriebliche Auswahlverfahren oder auch Personalauswahlverfahren zuständige Abteilung eines Unternehmens, in welcher unter mehreren Bewerbern diejenigen ermittelt werden sollen, welche den Anforderungen des Unternehmens (am besten) entsprechen. Hierzu werden die Bewerber vor verschiedene Probleme gestellt und im Umgang mit diesen bewertet.

Bastine: Ich spiele mit dem Gedanken, meinen Job zu wechseln. Dies wäre der erste Jobwechsel nach dem Studium. In meinem jetzigen Lebenslauf habe ich bei den Praktika und Werkstudententätigkeiten viele Stichpunkte zu meinen Aufgaben. Die Praktika sind nicht alle berufsrelevant. In meinem jetzigen Beruf (seit 3 Jahren) habe ich einen Aufgabenwechsel, also müsste ich hier eher ausführlich sein. Soviel zur Erklärung der Situation. Nun meine Frage: Wie gestalte ich am besten meinen Lebenslauf, damit er nicht zu lang wird. Länger als 2 Seiten sollte er ja nicht sein.

Gerhard Winkler: Vermutlich empfiehlt sich in diesem Stadium nach dem beruflichen Einstieg schon der harte Schnitt: Alle Praktika und Studijobs raus aus dem Lebenslauf. Oder gibt es längere Praktika bei Renommierfirmen, die Sie ungern streichen?

Bastine: Aber sieht es dann nicht so aus, als wäre ich während des Studiums "faul" gewesen?

Gerhard Winkler: Die entsprechende zeitliche Phase ist ja durch eine Vollzeittätigkeit, das Studium belegt. Es ergeben sich keine Lücken in Ihrem Lebenslauf. Dass Sie nicht faul sind, ergibt sich aus dem Haupteintrag Ihres aktuellen Lebenslaufs, der derzeitigen Jobposition mit allen Ihren Zuständigkeiten, Pflichten und Erfolgen.

Bastine: Ich hätte 2 1/2 Jahre Siemens im Angebot und gerade die berufsrelevanten Dinge würde ich nicht so gerne streichen.

Gerhard Winkler: 2,5 Jahre studienbegleitend bei Siemens?

Bastine: Ja

Gerhard Winkler: So eine Werkstudentenzeit bei einer renommierten Forma würde auch ich im Lebenslauf erst einmal lassen.

Bastine: Ein weiterer Grund "für" die Praktika etc. im Lebenslauf wäre die Erklärung, warum das Studium doch eher lang gedauert hat. Kann man einen Kompromiss machen und die Praktika nur auflisten ohne Stichpunkte zu den Tätigkeiten und den jetzigen Job genauer beschreiben?

Gerhard Winkler: Bastine, Sie sind derzeit in einem Job und dort wohl erfolgreich. Ein Personaler, der Sie fragt, warum das Studium so lange gedauert hat, ist nicht besonders geistreich. Wenn er es tut, dann holen Sie doch einen alten Lebenslauf aus Ihrer Gucci-Mappe heraus und zeigen ihm den.

Bastine: Für Gucci reicht es nicht, aber das ist eine gute Idee! Ich muss jetzt leider kochen gehen. Vielen Dank für Ihre Tipps und weiterhin noch einen schönen Chat!

Gerhard Winkler: Ihnen und Ihren Lieben bon appétit!

Sascha: Hallo Herr Winkler, um es kurz zu formulieren: Ich sitze zwischen den Stühlen. Ich kann bei Firma A anfangen. Sollte mich dort bis kommenden Montag melden um zuzusagen. Ich warte aber noch auf ein Zeichen von Firma B. Dort kann ich zu einem Zweitgespräche kommen. Leider noch keinen Termin. Kontaktperson von Firma B ist aber bis Freitag im Urlaub.

Gerhard Winkler: Was entgeht Ihnen, wenn Sie bei A anfangen? Was bietet B, was A nicht hat?

Sascha: Da sind ein paar Faktoren die ich bereits kenne, z. B. die Branche, in der Firma B ist, liegt mir mehr, aber es gibt halt auch ein paar Dinge, die ich erst im ausstehenden Zweitgespräch klären kann, z. B. Vergütung, etc.

Gerhard Winkler: Wenn Sie Einsteiger sind und Job A ist nicht gar zu grausig und bei Job B sind Sie nur einer von drei Kandidaten, da brauchen Sie starke Nerven, um Jobanbieter A auf Dienstag oder später  vertrösten.

Sascha: Das sehe ich ähnlich. Job A ist OK, aber ragt aus dem, was ich bisher gemacht habe, brachenmäßig sehr heraus. Wenn ich A zusage, würde ein Arbeitsvertrag per Post zugeschickt werden. Das dauert dann ja mal 1 - 2 Tage und bis ich den durchgearbeitet habe, vergehen noch mal 1 - 2 Tage. Wenn sich dann Job B klärt, ist es nicht gerade die feine englische Art, bei A doch abzusagen. Ziemlich verzwickt das ganze. Ja, ich bin Berufseinsteiger

Gerhard Winkler: Wenn Job B Ihr Traumjob ist, dann bitten Sie um 1, 2 Tage Aufschub. Ansonsten würde ich Anbieter A nicht vor den Kopf stoßen.

yk80: Hallo Herr Winkler, ich möchte meinen Job ebenfalls wechseln und suche einen Job in einer bestimmten Region. Welche Möglichkeiten der Stellensuche habe ich neben dem „Abgrasen“ gängiger Suchmaschinen im Internet, Initiativbewerbungen, Anfrage bei Zeitarbeitsfirmen noch?

Gerhard Winkler: Regionalzeitung, Lokalzeitung- Hinfahren und sich die Gegend anschauen, einen Termin bei der lokalen Bundesagentur buchen, bei der IHK anfragen, in XING oder sonst einem Netzwerk eine Suchanfrage starten: Wer weiß was über den Jobmarkt in Östrich/Winkel?

nana: Hallo Herr Winkler, ich hatte am 19.12. ein Interview und mir wurde gesagt, dass eine zweite Runde Mitte/Ende Januar stattfinden sollte. Ich habe keine feste Zusage, daran teilzunehmen und würde einfach gern wissen, was nun ist. Daher habe ich Freitag und Montag auch mal in der Personalabteilung angerufen, weil ich das noch mit einer anderen Frage verbinden könnte (habe auch die direkte Telefonnummer vom Marketing-Leiter und der Produktmanagerin): Ist es zu früh jetzt schon anzurufen?

Gerhard Winkler: Nana, wenn man Sie keinesfalls zur Runde 2 einladen will, ändert auch ein Anruf nichts - denn wenn Sie so gut mit Ihren Daten und Ihrem Auftritt überzeugen warum haben Sie das nicht im Gespräch #1 getan? Allerdings ist es wiederum gut anzurufen und sein Glück zu versuchen – es ist eine Übung im praktischen Selfmarketing.

success09: Guten Abend, nach Ende einer befristeten Anstellung bin ich jetzt seit fast 5 Monaten aktiv arbeitsuchend´ - reicht es, parallele Aktivitäten wie Vorträge, Weiterbildung anzugeben oder ist die Suche noch besser zu verargumentieren. Wie werden heute 6 - 10 Monate ohne Anstellung von den potentiellen Arbeitgebern gesehen?

Gerhard Winkler: In den letzten 8 Jahren habe ich viele Bewerber erlebt, die nach langer Suche einen Job gefunden haben. Es ist eine Geduldsprobe und es zehrt am beruflichen Selbstbewusstsein. In jedem Fall ist es angebracht, NICHT NICHTS zu tun. Jobsuche allein füllt den Tag nicht aus!

Sonia: Mein Problem: Ich werde zu Job-Interviews eingeladen und denke deshalb, dass meine Unterlagen OK sind. Leider fliege ich in der zweiten Runde des Auswahlverfahrens (zweites Interview oder Fallstudie) bisher immer raus. Was raten Sie mir?

Gerhard Winkler: Liebe Sonia, um das herauszufinden, analysieren Sie genau die Interviewverläufe. Wenn Ihnen die Absage mehrfach widerfahren ist, gibt es Analogien in Ihrem Verhalten, Ihrer Gesprächsführung, Ihren Antworten zu Schlüsselfragen. Also: Alles in Ruhe analysieren!

Sonia: Was macht Sie wütend? Was so richtig? Was tun Sie dann genau? Worauf zielen diese Fragen ab (Teamfähigkeit oder Durchsetzungsvermögen)? Wie beantwortet man sie am besten?

Gerhard Winkler: Ich denke, dass die Frage nach Ihrem Temperament, Ihrem Charakter, Ihrer Sozialfähigkeit abzielt. OK: Was macht Sie wütend?

katrin: Hallo Herr Winkler, wie lange sollte man denn so warten nach einem Interview, bis man anfragt, ob es schon etwas Neues gibt?

Gerhard Winkler: Warten Sie so lange, bis Sie es nicht mehr aushalten, aber geben Sie dem Jobanbieter eine Woche Zeit. Jobanbieter wollen keinesfalls, dass man nachfragt. Fragen Sie so nach, dass ein Jobanbieter nicht den Eindruck hat, er verliert seine Zeit, wenn er mit Ihnen spricht.

Bonney: Ich habe eine Frage. Auf meine Initiativbewerbung wurde geantwortet, dass zwar Interesse, aber derzeit keine Vakanz besteht. Ich solle mich mittelfristig nochmals bewerben. Haben Sie hier einen Tipp zum Thema Selfmarketing (z. B. Kontakt über XING anbieten?)

Gerhard Winkler: Die Bewerbung zur Wiedervorlage in drei Monaten vormerken. In XING glänzen Sie durch Ihre Beiträge. Sie stellen ein aufpoliertes Profil ein und Sie quatschen jeden an, ob er nicht einen Job weiß.

Sonia: Am 30.3.09 bin ich genau 6 Monate arbeitslos. Ich werde zwar zu Gesprächen und AC eingeladen, aber für eine Zusage hat es bisher nicht gereicht. Falls ich Ende März 09 immer noch keinen Job habe, habe ich mir vorgenommen, mich bei Mc Donalds zu bewerben oder ähnliches, also quasi den Gedanken aufzugeben, irgendetwas Artverwandtes zu machen, was ich in meinem Studium gelernt habe, einfach nur, um diese Krise zu überbrücken. Damit mache ich mir dann jegliche Zukunftschancen zunichte und verbuche mein 4-jähriges Studium unter „Humbug“. Was soll ich nur tun?

Gerhard Winkler: Ich kenne Leute, die eisern 12 Monate gesucht haben. ich kenne Leute, die Hühnchen gegrillt haben, bis sie in ihren Job gekommen sind. Andere sind ins Ausland, haben dort gejobbt oder einen Sprachkurs gemacht. Sonia: ES IST IHR LEBEN. SIE HABEN ES IN DER HAND. MACHEN SIE WAS DRAUS. Wenn es nicht das denkbar Beste ist, dann doch wenigstens das zur Zeit Mögliche. Ich bin vermutlich der Älteste hier in dieser Runde. Darum glauben Sie mir: Auch schlechte Zeiten haben ein Ende.

boring man: Liebe Sonia, ich glaube nicht, dass McDoof Deine Chancen versaut und sofort das Studium entwertet, wenn man weitersucht und sich thematisch weiterhin mit den Inhalten des Studiums befasst und die Kontakte pflegt. Im Gegenteil: So eine Aufgabe schafft Respekt vor dem Durchhaltewillen, wenn es da immer noch so wie zu Wallraffs Zeiten zugeht. Ich wollte nach drei - vier Monaten der Sucherei auch immer etwas "Artfremdes" (Fahrradkurier, bei Aldi...) machen und kann den Frust und die Sorgen verstehen. Aber bisher kam dann doch irgendwas (derzeit leider auch nicht der Hit). Dann an der Friteuse aber nicht ausruhen, sondern aktiv Weitersuchen und "Networken".

Gerhard Winkler: Sie sind hier junge Akademiker - wenn schon eine miese Arbeit zur Überbrückung, dann bevorzugt im Ausland oder in Form eines Praktikums. McDome ist besser als nichts, aber Dozententätigkeiten oder freiberufliche Sachen bringen oft mehr Geld und lassen mehr Zeit für Jobsuche und Weiterqualifizierung.

Sonia: Herr Winkler, stelle ich mich beruflich schlechter, wenn ich jetzt (im Zuge der Krise) eine Zusage eines soliden deutschen Unternehmens annehmen würde, welches überhaupt nicht international ist, aber ich eine internationale Ausbildung habe? Wie kann ich den Aspekt/Fähigkeit der Internationalität bspw. fließend-fachliches Englisch, so erhalten, dass man mir es abnimmt, wenn ich mich später aus dieser nicht-internationalen Stelle auf eine mehr-internationale Stelle bewerbe?

Gerhard Winkler: Nehmen Sie den Job an, wenn Sie nichts Besseres in Aussicht haben. Sie können, wenn Sie im Job nicht Englisch reden, es einfach so machen wie andere Leute, die ihr Englisch nicht einrosten lassen wollen: internationale Freundschaften pflegen, NPR laufen lassen (104,1 MHZ in Berlin), den New Yorker abonnieren, die NYT statt den Hauptstadtspiegel online lesen …

Sonia: Herr Winkler, kann es sein, dass zu wenig Chuzpe im Gespräch von Personalern als „nicht durchsetzungsfähig“ also quasi – „zu lieb“ und damit dem Kandidaten als negativ ausgelegt wird? Ist so etwas immer gleich wichtig, egal, ob Führungsposition oder Einsteiger? Wie kann man denn Chuzpe entwickeln, erlernen?

Gerhard Winkler: Kommt drauf an, ob Sie sich als Substitutin bei Liblos bewerben oder ob Sie einen Job machen, bei dem es auf echte Kooperation und möglichst reibungsfreie Interaktion ankommt. Liebenswürdigkeit ist niemals ein Fehler. Verbindlichkeit entsteht, wenn Sie dort, wo es wichtig ist, klar, deutlich, verbindlich auftreten.

Bert: Herr Winkler, ich habe heute eine Einladung zum Vorstellungsgespräch am Donnerstag Nachmittag bekommen (ja, heute für diesen Donnerstag). Ist das nicht ein wenig plötzlich? Vor allem bei Zusage hätte ich das Problem, dass ich erst nächsten Donnerstag das Gespräch mit meinem Favoriten habe. Dort habe ich mich absichtlich früher beworben, allerdings brauchen die anscheinend länger. Sollte ich nicht zuerst das Gespräch mit meinem persönlichen Favoriten wahrnehmen, um die andere Firma nicht so lange hinhalten zu müssen?

Gerhard Winkler: OBACHT: Wichtige Beraterdurchsage! Personaler, Rekrutierer, alle Jobanbieter sind sehr irritiert und reagieren bisweilen äußerst zickig, wenn man Terminvorschläge ohne einen triftigen Grund ablehnt. Taktieren Sie nicht herum, gehen Sie in das Gespräch.

Bert: Na gut, was tun bei ebenso zügiger Zusage? Ewig werde ich den zickigen Personaler dann nicht hinhalten können. Mit offenen Karten spielen und sagen, dass ich noch ein weiteres Gespräch abwarten möchte, bis ich mich entscheide?

Gerhard Winkler: Das auf keinen Fall, außer der Jobanbieter A ist Ihr Onkel und hat für Sie Verständnis.

Bert: Wie denn sonst? Bei Jobanbieter B anrufen und sagen, dass es eilt? Die Einladung und der Termin lagen mehrere Wochen auseinander, daher rechne ich nicht mit viel Flexibilität. Ich denke, das ist doch eine Situation, die relativ häufig vorkommt, dass man mehrere Einladungen bzw. Angebote hat. Die Firmen nehmen sich doch auch die Zeit, die sie brauchen. Was tun, Herr Winkler? Das erstbeste Angebot einfach annehmen? Obwohl man (theoretisch) eine gefragte Fachkraft ist?

Gerhard Winkler: Rufen Sie bei B an. Sagen Sie, dass Sie in der Zwickmühle sind: Man wird denken, dass Sie Druck ausüben wollen. Lassen Sie jemanden bei A anrufen und erklären, dass Sie mit 41 Grad im Bett liegen und zu keinem klaren Gedanken fähig sind. Sie gewinnen ein bisschen Zeit. Das Problem ist, dass man es zeitlich so gut wie nie hinbekommt. Also muss man sich letztendlich entscheiden. C'est la vie professionelle.

success09: Hallo, wenn ein Unternehmen unter seinem Stellenangebot nur eine allgemeine E-Mail-Adresse, z. B. info@... angibt, ist es sinnvoll, einen Ansprechpartner in XING zu recherchieren oder telefonisch zu erfragen?

Gerhard Winkler: XING ist eine prima Idee. Für das telefonische Erfragen: Die Telefondamen und –herren werden vermutlich mauern. Bleiben Sie dran und versuchen Sie, den Empfang zu überreden. Sagen Sie, Sie kommen mit Blumen vorbei, wenn man Ihnen die Nummer gibt. (Tun Sie das dann aber auch!)

Bonney: Also raten Sie einem Kontaktangebot mit der betreffenden Person über XING ab? Man will ja schließlich nicht aufdringlich sein ;-)

Gerhard Winkler: Im Gegenteil! XING ist zum Anfragen und Beziehungenknüpfen da!

tine: Und wie quatsche ich an bei XING? Hallo, hat jemand Arbeit? Gerade bei XING wird ewig nur Profilglotzerei betrieben, daher sperren viele ihr Profil und andere studieren, jobben nebenbei, arbeiten, putzen, beziehen ALG II, ziehen über 600 km weg und arbeiten, und machen Ablage und alles immer weiter?

Gerhard Winkler: Liebe Tine, ich würde die Leute heraussuchen, die mir sympathisch sind bzw. deren Äußerungen oder Profile mich ansprechen, und mich ihnen kurz vorstellen. Ich erhalte häufig Post von mir unbekannten XING-Mitgliedern - das Ganze ist ja auch zum Kontakten gedacht!

tine: Ein guter Empfang gibt das nicht raus, und info@ hat in vielen Firmen seinen Grund.

Gerhard Winkler: Ein guter Empfang ist unknackbar, ein guter Vermarkter ist nicht abzuwimmeln.

tine: Ich war/bin ein guter Empfang, aber will ein ausgezeichneter Vermarkter und Empfangknacker werden? Muss ich mich selbst austricksen?

Gerhard Winkler: Das nennt man die innere Widersprüchlichkeit in der Angestelltenexistenz.

tine: Schade, Herr Winkler, Ihr XING Profil ist nur für zahlende Mitglieder sichtbar?

Gerhard Winkler: Warum? Ist das bei jedem so?

tine: Ach, ich sollte mich aus dem Angestelltenverhängnis lösen? Überlegungen gibt es.

Gerhard Winkler: Tine, mailen Sie mir, ich schicke Ihnen ein paar Arbeitsblätter zum Thema STANDORT & Ziel. Danke, für Ihre guten Fragen und Beiträge! Sie können Einzelfragen gern mit mir per Mail besprechen: gwinkler@jova-nova.com. Mailen Sie mir, falls Sie Arbeits- und Hinweisblätter brauchen. Demnächst kostenlos über FORMYOURSELF.DE: STELL DICH DER KARRIERE! Mein umfangreiches PDF für Absolventen. Mit knallharten Tipps und Beispielen aus meiner Bewerbungspraxis.

Gerhard Winkler: Ihnen allen einen schönen Abend! Cheerio!