Schon immer wollte ich mich über den großen Teich machen und ein fernes Abenteuer erleben. Die USA hat mich seit meinem zweiwöchigen Sommerurlaub in Iowa vor fünf Jahren in den Bann gezogen. In der elften Klasse bot sich mir eine weitere Möglichkeit als Austauschschülerin in das Land meiner Faszination zu gehen. Damals hat es finanziell leider nicht geklappt. So ein Auslandsaufenthalt ist sehr kostenintensiv.
Da kam das Au Pair Programm nach dem bestandenen Abitur wie gerufen. Man arbeitet drei, sechs oder zwölf Monate bei einer einheimischen Familie und kann nebenher das Land erkunden. Finanziell ist man durch das wöchentliche Gehalt von 139 Dollar gut abgesichert. Man bekommt ein Zimmer und das Essen gestellt. In den zwei Wochen Urlaub pro Jahr und den verlängerten Wochenenden lässt sich viel unternehmen und entdecken. Meine Entscheidung stand schon früh fest diesen Plan für mich zu verfolgen.
Durch eine Infobroschüre, die in meiner Schule auslag, bin ich auf meine Organisation aufmerksam geworden. Die Broschüre war sehr ansprechend, so dass ich beschloss weitere Informationen via Telefonanfrage einzuholen. Ich bekam rasch einen ganzen Stapel an Infomaterial zugeschickt- mitunter eine Einladung zu einem Informationstreffen, an dem ich ganz spontan teilnahm. Alles in allem fühlte ich mich von Anfang an gut betreut. Mir wurden alle benötigten Formulare für meine Bewerbung per Post zugeschickt, so dass ich bald damit beginnen konnte diese zu bearbeiten. Das nimmt einige Zeit in Anspruch. Man sollte sich also schon früh darum kümmern. Nachdem ich meine Unterlagen vollständig eingereicht hatte, ging die Zitterpartie los. Eine Familiensuche ist wie ein Lottospiel. Man kann den Hauptgewinn ziehen, aber auch eine Niete. Einige Wochen später erhielt ich meinen ersten Anruf. Ich hatte einen guten ersten Eindruck von meiner zukünftigen Gastmutter. Nach einem weiteren Gespräch habe ich meiner Gastfamilie zugesagt.