Au Pair in Amerika - Jede Menge Arbeit

Zwei Jungs und jede Menge Arbeit

Märchentante, Sportkollegin, große Schwester, Pausenclown, Spielgefährtin, Nachhilfelehrerin, Erzieherin, Köchin, Zimmermädchen, Chauffeur, Waschfrau, Tennislehrerin, Sängerin, all das ist man als Au pair.

6:30 Uhr. Es ist ein ganz normaler Morgen. Der Wecker klingelt. Jetzt heißt es schnell duschen und das Frühstück für die Kinder vorbereiten. In einer Stunde muss der vierjährige Jesse schon in der Vorschule sein. Der einjährige Henry weint, weil er auf der Stelle aus seinem Bett will. Vom Essen hält er an diesem Morgen gar nichts. Er weigert sich wehement seinen Mund zu öffnen. Jesse würgt währendessen seine morgendliche Portion Cornflakes herunter. Er möchte heute am liebsten daheim bleiben und den ganzen Tag fernsehen. Natürlich läuft das Anziehen und Zähneputzen nicht reibungslos. Henry fällt hin und fängt an zu weinen, weil er müde ist und Hunger hat. Jesse bettelt ständig um Aufmerksamkeit. Ich bekomme zu hören, dass ich das schlechteste Au Pair auf Erden sei. Hat man sich das Leben als Au Pair so vorgestellt? Mit Kindern geht es immer rund und irgendwie schafft man es dann doch noch pünktlich zur Schule.

Den Vormittag verbringe ich alleine mit Henry. Zunächst wird das Essen vom Morgen nachgeholt. Dann heisst es die Spuren des Vormittags beseitigen, Wäsche waschen und einkaufen. Welche Aufgaben man als Au pair genau hat, hängt ganz von der Gastfamilie und den Kindern ab. Grundsätzlich gilt: Au pairs sind nur für die Kinder und damit verbundene Hausarbeiten, wie zum Beispiel Mahlzeiten für die Kinder zubereiten, Wäsche der Kinder waschen, Kinderzimmer sauber halten, Spielzeug aufräumen und Ähnliches zuständig. Sonstige Hausarbeiten, wie Putzen, Kochen und Waschen, gehören normalerweise nicht zu den Tätigkeiten von Au pairs, werden aber nicht selten von ihnen erledigt.

Nach diesem straffen Programm bleibt dann noch ein wenig Zeit, die ich mit Henry auf dem Spielplatz verbringen kann. So kann er sich austoben und kommt nicht zu kurz. Au Pairs sind die Hälfte der Arbeitszeit mit Dingen wie Kinder anziehen, Mahlzeiten herrichten, Aufräumen, Auto fahren und Windeln wechseln beschäftigt. In der anderen Hälfte hat man Zeit, mit den Kindern zu spielen, auf den Spielplatz zu gehen oder zu basteln.

Jesse muss um die Mittagszeit wieder von der Vorschule abgeholt werden. Weinend setzt er sich ins Auto, weil er von den vielen neuen Eindrücken am Vormittag ganz erschöpft ist. Henry ist schon auf dem Rücksitz eingeschlafen. Zuhause angekommen, wird noch schnell Mittag gegessen. Während Henry seinen Mittagsschlaf hält, lesen Jesse und ich gemeinsam ein Buch. Ich kümmere mich danach noch um den Rest der Hausarbeit.

Damit mir die Decke nicht auf dem Kopf fällt, beschließe ich den Nachmittag bei einem befreundeten Au Pair zu verbringen. Playdates sind eine gute Möglichkeit um aus dem Alltagstrott herauszukommen. Die Kinder können miteinander spielen und ich kann mich mit einem anderen Au Pair austauschen. Um 18:00 Uhr erhalte ich einen Anruf von meiner Gastmutter. Sie hat einen Termin am späten Abend und möchte, dass ich heute die Kinder ins Bett bringe.

Nach dem Abendessen bei meiner Freundin geht es ab nach Hause. Die Kinder baden und ins Bett bringen. Um 20:30 Uhr kommt dann auch schon mein Gastvater nach Hause. 21:00 Uhr. Ich gehe noch ins Kino mit einem anderen Au Pair. Spät abends komme ich nach Hause. Am nächsten Morgen heisst es wieder früh aufstehen.

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