von Gerhard Winkler
Wie hast du dein Adressbuch organisiert? Nach Freunden, Bewunderern, Pizza-Lieferern? Sobald du mit Aktivitäten loslegst, vor die man das Wort Ausbildung- setzen kann, startest du am besten dein Kontaktmanagement. Es geht um Erste Hilfe, nützliche Kontakte, Infoquellen. Und damit hast du schon drei neue Kategorien für dein Adressverzeichnis.
Vielleicht hasst du Adressbücher. Oder du winkst dankend ab, weil dein Handy-Speicher mit 240 Premium-Kontakten bereits zugeVIPt ist. Dein Ausbilder sieht es sowieso nicht gern, wenn einer der angesagten Kontakte während der Arbeitszeit anruft. Lass dein Mobilfon deshalb im Backpack und mach es mucksmobilstill. Was jeder Ausbilder aber immer gern sieht: Dass du während der Arbeit Termine und Daten einträgst, kurze Notizen machst und so organisiert auftrittst wie ein Job-Profi.
Zur Auswahl stehen Taschenkalender für jede Taschengröße, Filofaxe mit Einlageblättern sowie elektronische Handschmeichler mit Stift oder Tastatur. So einen Organizer wirst du aber in einer handwerklichen oder industriellen Arbeitsumgebung aber nicht unbedingt einsetzen wollen.
In deinem privaten Telefonverzeichnis stehen sicher Leute, die völlig nett sind, aber mit denen du praktisch nie telefonierst. Außerdem setzen sich dort einige Namen fest, die bei dir allenfalls Stirnrunzeln auslösen. Notier auch in deinem beruflichen Adress-Teil unbesorgt Leute, die du nicht kennst, die du vielleicht nie anrufen wirst und von denen du absolut nicht weißt, ob sie nett sind oder beißen. Das Kriterium ist nicht, ob dir jemand sympathisch ist, sondern ob er möglicherweise für dich beruflich wichtig werden kann. Schreib aber immer zum Namen auch die Funktion und Organisation. (Klingt dir zu abgehoben? Dann notieren Sie eben Beruf und Firma.) Und falls man bereits miteinander zu tun hatte, vermerk dazu noch die Gelegenheit und das Datum.
Beispiel:
Frank Geber (07 12 23) 45 67 89 Kundenberater Kreisbank Schnupfeldingen (Sparvertrag)
Und wozu das Ganze?
Dein berufliches Handeln bringt dich mit Leuten vom Fach, dein privates Handeln mit anderweitig wichtigen Menschen zusammen. Solltest du jemals einen Job suchen (das kann manchmal passieren), wirst du froh sein, wenn du 30 zielgruppengenaue Telefonnummern aus deinem Verzeichnis ansprechen kannst. Mit etwas Glück bringst du ein paar von denen dazu, als deine Jobsuch-Agenten aufzutreten. Und wenn du dich je selbständig machen solltest, dann brauchst du zumindest die Kontaktpflege nicht mehr zu erlernen.
Und so füllest du dein Adressbuch mit ausbildungsrelevanten Adressen:
(1) Ihr Ausbilder oder Vorgesetzter
(2) der Ausbildungsbeauftragte, Betreuer oder Jugendwart Ihres Betriebs
die Mitarbeiter in der Telefonzentrale
die für Ihre Vergütung zuständige Person (Lohnbuchhaltung, Personalabteilung)
der Referent für Weiterbildung
der Ausbildungs- oder Personalleiter
der Geschäftsführer
(3) der Betriebsrat
(4) ein örtliches Jugendhilfeprojekt
(5) Berufsschullehrer
(6) Ausbildungsbeauftragter der zuständigen IHK oder Innung
Mitschüler in der Berufsschule
Sekretariat Berufsschule
wichtige Lehrer Berufsschule
Kollegen im Betrieb
alle Messekontakte
Ansprechpartner in Firmen
Ansprechpartner in Berufsverbänden, Organisationen
Kollegen aus anderen Gewerken
Sachbearbeiter Krankenversicherung
Vereinsfreunde
wichtige Fachadressen (weltlich und im Web)
wichtige Branchenadressen (weltlich und im Web)
Adressen anderer Betriebe und ihrer Ansprechpartner
Adressen von Weiterbildungsinstituten und Seminaranbietern
Am Ende noch zwei Einwände: Ich wohne und arbeite in Gornhofen-Radarfallenweiler, da hat es keine Adressen. Und: Ich schwitze und schweiße den ganzen Tag, da komme ich an keine Leute. – Adressen sammeln ist wie Lernen eine lebenslange Aktivität. Wandle Arbeitsbeziehungen, Gespräche, kurze Kontakte in Adressen um. Lies Adressen aus Medien, Webseiten und Büchern aus. Viel Spaß beim Sichten, Sammeln und Kontakten!