Abschluss, was nun?

Du hältst deinen Abschluss in den Händen und fragst dich wie es beruflich weitergehen soll? Mit dieser Frage stehst du nicht alleine da. Ob deine Lust, dein Talent oder der prognostizierte Arbeitsmarktbedarf dir bei deiner Entscheidungsfindung helfen, ist ganz dir überlassen. Die meisten Experten raten jedoch dazu, die eigenen Interessen und Begabungen mit den Aussichten auf dem Arbeitsmarkt abzugleichen und einen Kompromiss zwischen beruflicher Perspektive und Neigung einzugehen. Einig sind sich die meisten Experten auch darüber, dass der Bedarf an Hochschulabsolventen auf dem deutschen Arbeitsmarkt künftig steigen wird. Ein Studium lohnt sich also! Immer mehr Unternehmen verzehren sich nach qualifizierten Führungskräften, um im Wettbewerb weiterhin bestehen zu können.

Jobs mit Aussichten

Ganz oben auf der Jobskala stehen momentan medizinische Berufe, qualifizierte Dienstleistungstätigkeiten und technische Berufe vom Industriemechaniker zum Maschinenbauer. Als zukunftsträchtig gelten auch Berufe im Tourismus und Veranstaltungsgewerbe, im Leasing-Bereich, im Bereich der Medizintechnik und der Informationstechnologie. Der Trend für Ausbildungsberufe geht in Richtung Gesundheits- und Sozialwesen, Dienstleistungen, Hotellerie, IT und Technik.

Schweinezyklus

Wie sicher sind diese Prognosen eigentlich? Dazu muss man wissen, dass jede Prognose auch die Realität beeinflusst. Verantwortlich für so manche Fehlprognose ist der sogenannte Schweinezyklus. Dieser Zyklus lässt sich anhand eines anschaulichen Beispiels erklären: Der Preis für Schweinefleisch ist hoch. Dies veranlasst viele Bauer in die Schweinezucht zu investieren. Sind die Schweine erstmal schlachtreif, herrscht wieder ein Überangebot. Es kommt zu einer Preissenkung. Die Folge ist, dass nun viele Bauern auf den Getreidebau umstellen. Ähnlich verhält es sich auch in der Berufswelt. Allein die Rede von einer Ingenieursschwemme Anfang bis Mitte der neunziger Jahre verursachte einen massiven Rückgang an Ingenieurstudierenden, der in den vergangenen Jahren für einen erheblichen Mangel gesorgt hat.

Gute Prognosen

Es gibt jedoch Prognosen, von denen man ziemlich sicher weiß, dass sie nicht ins Blaue greifen. Wie kommt das? Seriöse Prognosen ermitteln den Bedarf der Vergangenheit und haben eine fundierte Vision für die Zukunft. Diese erhalten sie, indem sie das momentane Personal mit den Renteneintritten und den kommenden Auszubildenden bzw. Studenten in einen sinnvollen Zusammenhang setzen. Darüber hinaus beziehen sie die mögliche Auswirkung der aktuellen Prognose mit ein. Über große Berufsfelder lassen sich so realitätsnahe Aussagen machen. Schwer wird es, wenn mehr als grobe Tendenzen verlangt werden. Denn je differenzierter eine Prognose, desto unzuverlässiger ist sie.